Nach Geständnissen zweier Ex-Fahrer
Telekom behält sich Ausstieg aus dem Radsport vor

Nach den Doping-Geständnissen der früheren Telekom-Fahrer Bert Dietz und Christian Henn sowie erneuten Vorwürfen gegen die Universität Freiburg hat der Rennstall T-Mobile angekündigt, die Zusammenarbeit mit der Uniklinik am Ende der Saison zu beenden. Das bestätigte Telekomsprecher Christian Frommert dem Handelsblatt. Sogar einen Rückzug aus dem Radsport wollte der Konzern nicht mehr ausschließen.

HB BERLIN. „Wenn im Radsport nicht flächendeckend striktere Anti-Doping-Regularien eingeführt werden und die meisten Teams unserem Beispiel folgen, ihre Kontrollen zu verschärfen, dann macht es für uns keinen Sinn mehr, dass wir uns so stark im Radsport engagieren“, sagte Frommert. T-Mobile sponsort das Radsportteam derzeit mit geschätzten 12 Millionen Euro pro Jahr.

Der sportpolitische Sprecher der Grünen, Winfried Hermann, hat die Telekom aufgefordert, die Dopingverstrickungen lückenlos aufzuklären. „Die Öffentlichkeit muss wissen, bis zu welcher Ebene man beim ehemaligen Staatsunternehmen etwas angeordnet, gewusst oder geduldet hat“, sagte der Politiker. Der Konzern habe jahrelang für Marketing und Sponsoring Geld verpulvert, um das Image eines modernen Konzerns zu vermitteln. Dieses Konzept sei durch Dietz’ Aussagen wie ein Kartenhaus zusammengebrochen.

Der frühere Telekom-Radprofi Diez hatte am Montag zugegeben, systematisch gedopt zu haben. In einem Trainingslager 1995 auf Mallorca habe er von den damaligen Team-Ärzten aus der Freiburger Uniklinik, Lothar Heinrich und Andreas Schmid, eine Anleitung zum Blutdoping mit Epo erhalten, sagte Dietz in der ARD-Sendung „Beckmann“. „Die Ärzte haben, wenn sie selbst vor Ort waren, selbst gespritzt. Wenn sie nicht vor Ort waren, haben es die Pfleger gemacht.“

Dietz’ früherer Teamkollege Christian Henn gestand gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ ein, jahrelang das Blutdopingmittel EPO benutzt zu haben. „Ich bin mitbetroffen“, sagte er dem Blatt. Der Doping-Missbrauch habe sich auf die Zeit von 1995 bis zu seinem Karriereende 1999 erstreckt. „Die Zeit war so, sonst hätte man nicht vernünftig mitfahren können. Es ging nur hopp oder top“, sagte der heutige Sportliche Leiter beim Team Geroldsteiner.

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