Nach Münchens Olympia-Pleite
Sponsoren trauern um die verlorenen Spiele

Konzerne wie Siemens, BMW und Allianz hatten bis zuletzt auf den Zuschlag für Münchens Olympia-Bewerbung gehofft. Vergeblich. Doch die deutsche Wirtschaft lässt den Kopf nicht hängen.
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MünchenKatarina Witt konnte es kaum fassen: "Das ist unheimlich schwer zu verstehen", sagte die Kuratoriums-Vorsitzende der deutschen Bewerbung mit tränenerstickter Stimme, nachdem die Entscheidung für Südkorea gefallen war. "Dabei haben wir heute so eine gute Präsentation abgeliefert."

Außer Spesen nichts gewesen. Mehr als 30 Millionen Euro hat die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018 verschlungen. Gut 80 Prozent kamen aus der Wirtschaft. Am Ende verlorenes Geld, denn die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) haben am Mittwoch Pyeongchang den Vorzug gegeben.

Die Millionen, die sie in die Kampagne gesteckt haben, können die Förderer leicht verdauen. Die meisten Konzerne verdienen prächtig. Doch BMW, die Allianz, Siemens oder der Agrarkonzern Baywa hätten die Veranstaltung allzu gerne genutzt, um sich einer weltweiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

"Schade, dass es nicht geklappt hat", sagte Siemens-Chef Peter Löscher nach der Entscheidung gegen München 2018. Die Stadt habe eine großartige Bewerbung abgegeben und gezeigt, dass sie "alle Voraussetzungen für einen Wintersport-Champion mitbringt". München wollte unter den IOC-Mitgliedern mit besonders umweltfreundlichen Spielen punkten. Eine ideale Werbeplattform für Siemens: Schließlich sieht sich der Konzern als Vorreiter bei grünen Technologien.

Die Spiele wären eine "tolle Chance für München und die Region" gewesen, meinte Allianz-Manager Joseph K. Gross. Der Versicherungskonzern hatte die Bewerbung finanziell und logistisch unterstützt.

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Nicht nur im Marketing hätte die deutsche Wirtschaft gepunktet

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