Nach positiver B-Probe
Landis will für seine Unschuld kämpfen

Trotz einer positiven B-Probe will der Tour-de-France-Erste Floyd Landis für seine Unschuld kämpfen. Er sei der Sieger des Rennens und werde die Doping-Vorwürfe entkräften, erklärte Landis am Samstag in einer Stellungnahme. Zuvor war sein zweiter Urintest, die so genannte B-Probe, wie schon der erste positiv ausgefallen und hatte einen überhöhten Testosteron-Wert ergeben, wie der Radsportverband UCI am Samstag in Paris mitteilte.

HB PARIS/VIGO. „Ich war der Stärkste bei der Tour de France, und darum bin ich der Champion“, hieß es in Landis' schriftlicher Erklärung. „Ich werde diese Vorwürfe mit derselben Entschlossenheit und Intensität bekämpfen, die ich in mein Training und meine Rennen einbringe. Es ist jetzt mein Ziel, meinen Ruf zu retten und wiederherzustellen, wofür ich so hart gearbeitet habe.“

Bei Landis war nach der 17. Tour-Etappe in Morzine nach einer beispiellosen Aufholjagd ein deutlich überhöhter Wert des künstlich produzierten männlichen Hormons nachgewiesen worden. Statt des erlaubten Verhältnisses von Testosteron zu Epitestosteron von maximal 4:1 wurde bei dem Tour-Sieger auf Abruf ein Wert von 11:1 ermittelt. Landis leugnet nach wie vor, das Hormon eingenommen zu haben.

Der Amerikaner hat wiederholt erklärt, dass er aus natürlichen Gründen einen erhöhten Testosteron-Wert habe. Als mögliche Ursachen nannte er außerdem eine Kortison-Behandlung wegen Hüftproblemen, Alkoholgenuss am Abend vor dem Rennen oder die Einnahme von Medikamenten wegen einer Schilddrüsen-Erkrankung.

Suche nach dem Gegenbeweis

Der Druck auf den Amerikaner, der sich in Kürze einer Hüftoperation unterziehen und deshalb ohnehin rund ein halbes Jahr pausieren muss, wird immer größer: „Uns ist klar, dass es nun an uns ist, zu beweisen, warum der Test positiv war. Entweder können wir zeigen, dass ein Fehler in der Analyse des Labors vorlag oder dass andere Begleitumstände den hohen Testosteron-Wert erklären“, sagte sein Anwalt José Maria Buxeda.

In drei Wochen wird das Schiedsgericht der Anti-Doping-Agentur der USA (USASDA) beide Seiten anhören und eine Entscheidung treffen. Die könnte Landis vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) anfechten. „Wir stehen am Beginn eines langen Prozesses. Wir rechnen frühestens im Dezember mit einer endgültigen Entscheidung“, betonte der spanische Landis-Anwalt, der auch den überführten und im Nachhinein disqualifizierten Vuelta-Sieger Roberto Heras (Spanien) vertrat.

Die UCI gab den Fall an den jetzt zuständigen US-Verband weiter, der nun ein Doping-Verfahren gegen Landis einleiten wird. Ihm droht eine zweijährige Sperre und die Aberkennung des Tour-Sieges. Auf Grund des von den Radsport-Teams beschlossenen Ethik-Codes „Code de Conduite“ käme für Landis zu der Zwei-Jahres-Sperre noch ein Arbeitsverbot für zwei weitere Jahre in allen Pro-Tour-Teams hinzu. „Seine Karriere ist beendet. Um wenigstens die Reste seines Images zu retten, sollte er endlich gestehen“, empfahl der ehemalige Top- Sprinter Marcel Wüst.

Seite 1:

Landis will für seine Unschuld kämpfen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%