Nach Vorwürfen um Untreue und Spielmanipulationen
Schwenkers Rücktritt beim THW Kiel beendet Ära

Noch Wochen nach den ersten Vorwürfen um Untreue und Spielmanipulationen hatte sich Uwe Schwenker auf seinem Posten als Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten THW Kiel halten können. Jetzt hat die zentrale Figur im Skandal um angebliche Schiedsrichterbestechungen dem Druck von Verein und Öffentlichkeit nachgegeben und ist zurückgetreten. Ein Schuldeingeständnis ist dies laut Schwenker jedoch nicht.

HB/sid/dpa DÜSSELDORF. Am Dienstag trat Schwenker offiziell zurück, nachdem die ersten Medienberichte über seinen bevorstehenden Abgang schon am späten Montagnachmittag die Runde gemacht hatten. Sein Vertrag wird Ende Juni auslaufen.

Der Rücktritt ist allerdings kein Schuldeingeständnis Schwenkers: „Der Grund ist ausdrücklich nicht der gegen ihn erhobene Vorwurf von Spielmanipulationen, für die es auch nach Einsicht in die Ermittlungsakten keine belastbaren Beweise gibt“, heißt es in einer Mitteilung, die der Verein vor der gestrigen Pressekonferenz an die Journalisten austeilte. Vielmehr sei es das Ziel, den sportlichen Erfolg des THW Kiel nicht zu gefährden und den Verein vor weiterem Schaden zu bewahren. Mit dem Rücktritt Schwenkers geht bei den Norddeutschen eine Ära zu Ende: Der 50-Jährige war seit 1993 Geschäftsführer des Vereins.

Die Vorwürfe gegen Schwenker hatten sich zuletzt erhärtet. Mittlerweile ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue. Dem Verein wird vorgeworfen, bei mindestens zehn Spielen in der Champions League Schiedsrichter bestochen zu haben.

Schwenker bestreitet das hartnäckig. Doch es gibt Ungereimtheiten: Den Führungsgremien des THW hat der frühere Kieler Spieler bislang keine Begründung für Bargeldabhebungen geben können. Ungeklärt ist der Verwendungszweck von Zahlungen in Höhe von insgesamt 92 000 Euro im Jahr 2007 an den kroatischen Spielervermittler Nenad Volarevic. Auch im vergangenen Jahr sind Abbuchungen über rund 60 000 Euro nicht ordnungsgemäß belegt.

„Es gibt Indizien für finanzielle Unregelmäßigkeiten“, sagt Georg Wegner, der Sprecher der THW-Gesellschafter, nachdem die Klubführung in der vergangenen Woche Einsicht in die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft erhalten hatte. „Wir haben Schwenker aufgefordert, entsprechende Kassenbelege vorzulegen. Aber er ist dieser Forderung nicht nachgekommen. Diese Verweigerungshaltung haben die Gesellschafter und der Beirat nicht akzeptiert“, sagt Wegner. Beweise für Geldzahlungen an Schiedsrichter gebe es aber nicht.

Schwenker hatte angegeben, sich auf Anraten seiner Anwälte nicht zu den Unregelmäßigkeiten äußern zu wollen, weil er nichts zu den Vorwürfen zu sagen habe.

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