Nachgefragt: Franz Beckenbauer
„Wir müssen sehr gut wirtschaften“

Franz Beckenbauer ist Präsident des FC Bayern München und OK-Präsident der Fussballweltmeisterschaft in Deutschland. Im Interview erklärt er, warum das Stadion sein Geld wert ist.

Handelsblatt: Herr Beckenbauer, in der kommenden Woche wird die Münchener Allianz-Arena eingeweiht. Der FC Bayern ist zur Hälfte an den riesigen Investitionen beteiligt. Lohnt sich der finanzielle Einsatz?

Franz Beckenbauer: Ja, denn die Allianz-Arena wird ein voller Erfolg. Das Stadion wird über Jahre hinweg ausverkauft sein. Aber bei den Investitionen von über 300 Millionen Euro müssen wir sehr gut wirtschaften und sehr viel Geld einspielen, um die laufenden Kosten zu bewältigen.

Sie sind wirtschaftlich aber nicht im Plan geblieben . . .

Ursprünglich hatten wir 280 Millionen Euro für den Bau der Arena veranschlagt. Wir haben zwar mehrfach nachfinanziert, aber das war einkalkuliert. Man muss bei solchen Projekten immer zehn Prozent Mehrkosten einplanen und das haben wir getan. Insofern sind wir im Plan geblieben.

Sie haben das Stadion zusammen mit dem Zweitligisten 1860 München finanziert. Wann übernimmt der FC Bayern dessen Anteile?

Die Kalkulationen sind so, dass die 60er jederzeit in der Lage sind, ihre 50 Prozent Anteile zu halten ...

Bedauern Sie den Abschied vom alten Olympia-Stadion? Immerhin sind sie selbst dort Weltmeister geworden.

Da schwingt schon ein bisschen Wehmut mit. Ich war beim letzten Spiel im Olympia-Stadion als Zuschauer und beim ersten Spiel aktiv dabei. Dazwischen liegen 33 Jahre. Damals trat Deutschland gegen die Sowjetunion an. Ich weiß noch genau, wie vorsichtig wir diesen Rasen betreten haben, der zwei Jahre vorher gelegt worden war. Auf so einem wunderbaren Grün hatten wir noch nie zuvor gespielt, da war Wembley nichts dagegen. Es war für uns wie ein Teppich. Wir waren begeistert und haben die Sowjetunion 4:1 geschlagen.

Überwiegt die Wehmut?

Nein, nein, es überwiegt ganz klar die Freude. Wir ziehen von einer Leichtathletikarena wie es das Olympia-Stadion ist, in ein reines Fußballstadion um. Ich bin ja immer vorsichtig mit solchen Äußerungen, aber die Allianz-Arena ist wirklich ein Weltklassestadion. Ich beneide jeden, der darin vor einer großen Kulisse spielen darf.

Die Fragen stellte Grischa Brower-Rabinowitsch.

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