Naturtalent mit photografischem Gedächtnis
Der Magnus aus Lommedalen

Schachwunderkind Magnus Carlsen ist mit 15 Jahren jüngster WM-Kandidat aller Zeiten – 2004 spielte er Garry Kasparow an den Rand einer Niederlage.

BASSUM. Sein Trainer hält ihn für einen Wunderjungen, die Washington Post hat ihn zum Mozart des Schachs erkoren. Doch dem pausbäckigen Magnus Carlsen scheinen solche Worte nicht zu Kopf zu steigen. „In der Schule verhalte ich mich wie alle anderen Teenager auch“, sagt er. Manchmal geht er aber wochenlang nicht zur Schule, denn eines unterscheidet den jüngst 15 Jahre alt gewordenen Norweger von anderen: Carlsen ist seit anderthalb Jahren Schach-Großmeisters und nun auch der jüngste WM-Kandidat aller Zeiten.

Beim stark besetzten Weltcup im westsibirischen Chanty-Mansijsk hat er sich am Mittwoch neben neun anderen Spielern für die vom Weltschachbund Fide wieder eingeführten Kandidatenkämpfe qualifiziert.

Als Carlsen vor drei Wochen in Sibirien ankam, galt er als Außenseiter, von 128 Teilnehmern war er an 97 gesetzt. Seinen Schachlehrer Simen Agdestein überrascht der Erfolg indes kaum. „Magnus hat sich seit dem Sommer wieder enorm verbessert.“ Agdestein, selber ein Großmeister und Anfang der 90er Jahre auch Fußballnationalspieler, unterrichtet am „Toppidrettsgymnas“ in Oslo, Norwegens College für Topathleten. Er war Carlsen zum ersten Mal im Jahr 2000 begegnet. Und sofort beeindruckt vom Knirps aus Lommedalen bei Oslo. Ein Naturtalent mit photografischem Gedächtnis. Schon mit fünf Jahren soll Carlsen alle Länder der Erde mit den jeweiligen Hauptstädten, Bevölkerungszahlen und Flaggen auswendig gekannt haben. Im gleichen Alter erlernte er die Schachregeln vom Vater. Der konnte seinen Sohn aber nicht für die Holzfiguren begeistern. Fußball und Skifahren machten Magnus mehr Spaß.

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