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NBA-Chef David Stern: Abschied vom Retter des Basketballs

30 Jahre lang leitete David Stern als Commissioner die Geschicke der NBA. Er machte aus dem taumelnden Riesen ein Sportimperium, das mittlerweile nicht nur Spieler, sondern auch Märkte außerhalb der USA entdeckt hat.

Letzte Trophäenübergabe: David Stern überreicht den NBA-Meisterpokal an Heat-Präsident Pat Riley. Quelle: Reuters
Letzte Trophäenübergabe: David Stern überreicht den NBA-Meisterpokal an Heat-Präsident Pat Riley. Quelle: Reuters

MiamiDas Lächeln will dieser Tage nicht verschwinden aus dem Gesicht von David Stern. Wo auch immer der kleine Mann mit dem aschweißen Haar und der rahmenlosen Brille in der Öffentlichkeit auftaucht, hinterlässt er den Eindruck tiefster Zufriedenheit. Es ist die Zufriedenheit eines Unternehmers, der am Ende seiner Schaffenszeit steht und weiß, dass er gute Arbeit geleistet hat. Und dass an dem Fortbestand seines Lebenswerks kein Zweifel besteht.

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David Stern ist Commissioner der National Basketball Association, kurz NBA – zumindest noch. Als mächtigster Mann in der New Yorker Zentrale führt er die sportlich und wirtschaftlich stärkste Basketballliga der Welt. Diese folgt jedes Jahr demselben Rhythmus: 30 Franchiseunternehmen nehmen an einem geschlossenen Spielbetrieb ohne Auf- und Abstieg teil, um durch 82 Saisonspiele pro Team die 16 Teilnehmer für die daran anschließenden Playoffs zu ermitteln. Die jeweiligen Sieger der Eastern und Western Conference treffen sich schließlich in der „Finals“-Serie und duellieren sich um die Larry-O’Brien-Trophy, benannt nach Sterns Vorgänger im Amt des Commissioners.

Und in der Nacht auf Freitag durfte Stern ein letztes Mal eben diese Trophäe an den neuen Champion überreichen. Die Miami Heat feierten nach einem packenden 95:88 gegen die San Antonio Spurs ihren insgesamt dritten Meistertitel. Sieben Spiele umfasst die Finalserie, wer als erster vier Siege verbucht, gewinnt.

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Für David Stern sind die finalen Spiele der Saison 2012/13 eine Art Abschiedsgeschenk. Der 70-Jährige wird sein Amt als höchster NBA-Funktionär kommenden Februar nach 30 Jahren an der Spitze niederlegen. Drei Jahrzehnte, in denen Stern die Liga von einem Schattendasein in der amerikanischen Sportlandschaft zu einem weltweit bekannten Basketballimperium wandelte. Nun, in den letzten Zügen seiner Regentschaft, genießt er das Ergebnis seiner Arbeit sichtlich.

„Ich habe den besten Job der Welt“, versucht er selbst, seine Stimmung dieser Tage zu beschreiben, „und ich genieße die letzten Momente in vollen Zügen.“ Sorgen um die Zukunft der NBA braucht sich Stern nicht zu machen. Sein Nachfolger als Commissioner, der aktuelle COO Adam Silver, übernimmt ein bestelltes Feld: Im aktuellen Geschäftsjahr wird der Umsatz der Liga aller Voraussicht erstmalig die Fünf-Milliarden-Dollar-Grenze überschreiten. Eine Marke, von der Stern zu seinem Amtsantritt wohl selbst nicht zu träumen gewagt hätte.

Der steile Aufstieg des gebürtigen New Yorkers in der NBA begann 1978, als der damalige Commissioner O’Brien den Juristen zum Leiter seiner Rechtsabteilung ernannte. Bereits zwei Jahre später hatte sich der 1,70 Meter kleine Stern in der Liga der Riesen zum Stellvertreter O’Briens hochgearbeitet.

Doch mit der Position wuchsen auch die Aufgaben in der wirtschaftlich schwer angeschlagenen Liga. Viele der damals 23 Franchises schrieben tiefrote Zahlen, Spieler bestimmten mehr durch Drogenexzesse abseits des Platzes die Schlagzeilen als durch sportliche Höchstleistungen auf selbigem. Die Zuschauer blieben der Liga mit dem verruchten Image fern, für Ausflüge mit dem Nachwuchs bevorzugten Eltern Baseball. Auch das Fernsehen machte einen Bogen um die NBA; selbst Finalspiele wurden teilweise erst zeitversetzt als Aufzeichnung ausgestrahlt – so sparten die TV-Anstalten Geld und konnten sicher gehen, unliebsame Spielunterbrechungen bereits im Vorfeld herausschneiden zu können. Trotz stagnierender Einnahmen aus Ticketverkäufen und TV-Verträgen stiegen die Spielergehälter gleichzeitig in ungeahnte Höhen.

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