NBA-MVP Dirk Nowitzki
König ohne Reich, Krone aus Blech

In der Saison überragend, in den Playoffs schwach: Dirk Nowitzki wird als bester Spieler ausgezeichnet und kann sich dennoch nicht freuen. Trost kommt von NBA-Legende Moses Malone.

KÖLN/DALLAS. Ein Mannschaftssportler kann individuell noch so überragend sein – gewinnt er keine Titel, ist er wie ein König ohne Reich. Diese Wahrheit hat Dirk Nowitzki, der deutsche Superstar in der nordamerikanischen Basketballiga (NBA), dieser Tage bitter zu spüren bekommen. In der regulären Saison, in der Nowitzki mit seinen Mavericks 67 von 82 Spielen gewann, war der 28-Jährige der dominierende Spieler der NBA. Mit 24,6 Punkte, 8,9 Rebounds, 3,4 Assists und ausgezeichneten Trefferquoten, erlebte der Würzburger die beste Spielzeit seiner Karriere. Dafür wurde er nun mit dem MVP-Titel für den wertvollsten Spieler (Most Valuable Player) geehrt. Gut zwei Wochen nach dem blamablen Erstrunden aus in den Playoffs gegen die Golden State, hat die bedeutendste individuelle Auszeichnung der NBA, für Nowitzki ungefähr den Wert einer Krone aus Blech.

„Wenn ich in zwanzig Jahren zurückblicke und sehe, dass mein Name in den Rekordbüchern steht, werde ich diese faszinierende Ehre genießen können“, ordnet Nowitzki seinen Triumph ein. Vor ihm war diese Ehre noch keinem Europäer zu Teil geworden. „Aber jetzt ist es hart. Ich fühle mich einfach nur leer“ Dabei hatten die NBA-Verantwortlichen die MVP-Ehrung gegen die Tradition extra nach hinten verschoben. Aus Respekt vor Nowitzki wollte man etwas Abstand zum Playoff-Desaster der Mavericks gewinnen. Doch das 2:4-Aus gegen die „Warriors“ ist in Dallas noch immer das alles überschattende Thema.

Denn die Mavericks sind erst das dritte Team der NBA-Geschichte, das als Hauptrundenprimus in der ersten Playoffrunde ausschied. Dementsprechend gewaltig war die Entrüstung der Fans, die in diversen Internetforen die sofortige Entlassung Nowitzkis und Trainer Avery Johnsons forderten. „Mit Nowitzki als Anführer werden wir nie Meister“, so der Tenor. Doch wenngleich der Deutsche in der Serie gegen Golden State lediglich 19,7 Punkte erzielte und im entscheidenden Spiel nur zwei seiner 13 Wurfversuche versenkte, hält die Clubführung an ihrem „Franchise Player“ fest.

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