Nein zu Olympia – ein Kommentar
Gut so!

Deutschland zieht zum zweiten Mal seine Olympia-Bewerbung zurück. Nach den Münchenern haben nun die Hamburger Nein gesagt. Aus guten Gründen. Denn Olympia ist kaum finanzierbar – und eine Angelegenheit mit unklarem Nutzen.
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Die Olympischen Spiele in Hamburg sollten anders werden: bescheidener, kleiner. So hatte es die Stadt angekündigt. Doch spätestens der Finanzplan zeigte ein anderes Bild. 7,2 Milliarden Euro Steuerzuschuss plante Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) ein – und überrumpelte damit sogar seinen wichtigsten Partner, den Bund. Scholz wollte davon nur einen Bruchteil, nämlich 1,2 Milliarden Euro tragen. Doch selbst das wären knapp 670 Euro je Hamburger gewesen.

Kostentreiber der Pläne war der Ort für das Olympia-Gelände. Die Lage auf einer Elbinsel mitten im Hafen machte den Reiz der Pläne aus, die beim IOC wohl Chancen gehabt hätte. Nur: Die Entwicklung dieser Insel vom Logistikstandort hin zu einem Olympiagelände und dann zu einem Wohngebiet ist schlichtweg unwirtschaftlich.

Das zeigt der Finanzplan eindrucksvoll: Allein für den Umzug in andere, noch umzubauende Hafenteile sollten die dortigen Logistikbetriebe über eine Milliarde Euro erhalten. Danach hätte das eigentliche Gelände saniert und sturmflutsicher aufgeschüttet werden müssen. Die Kosten für die Bereitstellung des Geländes wären ein Vielfaches der zu erwartenden Grundstückserlöse von rund 900 Millionen Euro gewesen. Kein Wunder, dass die Insel ohne Olympia bleiben soll, was sie seit Jahrhunderten ist: ein Hafen.

Doch auch anderswo wäre Olympia weiterhin eine zu teure Angelegenheit mit unklarem Nutzen. Der Wettbewerb der Städte um die Spiele bläst die Pläne unweigerlich auf. Doch der Erfolg der Ausnahmespiele in Barcelona 1992 hat sich nicht wiederholt. Atlanta, Athen, selbst Sydney - sie haben kaum Spuren hinterlassen.

Die deutsche Sportpolitik sollte ihre Olympia-Ambitionen vorerst beenden. Es muss jetzt um ein Konzept gehen, wie sich der deutsche Sport in der Zukunft aufstellt. Dass sich Hamburg nicht bewirbt, ist eine Chance, um Wege jenseits des Medaillenwahns zu finden.

Vielleicht denkt irgendwann auch das IOC wirklich um und macht aus seinem Giga-Event wirklich wieder ein nettes Sportfest. Bislang sind den schönen Absichtserklärungen zu Bescheidenheit keine Taten gefolgt. Daher ist es ein richtiges Signal, wenn Deutschland zeigt: Wir wollen kein Milliardengrab Olympia. Also, jetzt bitte keine Diskussion um Berlin 2028 oder Frankfurt 2032. Steckt die Milliarden lieber in den gelebten Sport.

Und doch gibt es einen Hoffnungsschimmer: Los Angeles will bei seiner Bewerbung um die Sommerspiele 2024 ganz ohne Steuermittel auskommen. Wenn das nicht nur schöngerechnet ist – etwa durch das Ausklammern von Infrastrukturprojekten –, wäre das ein Vorbild für kommende Spiele weltweit. Vielleicht irgendwann sogar in Deutschland.

Kommentare zu " Nein zu Olympia – ein Kommentar: Gut so!"

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  • Na da freuen Sich aber LA und Paris wenn Sie sie als Korrupt bezeichen... Da sieht man schon das ganze Gedankengut von Ihnen..

  • Ja Frau Mann - ich bin auch dafür dass in Hamburg die Reeperbahn gefördert wird...Weil sport is ja Mord - da bleibt uns doch der Matrazensport-- gell Frau Mann... Weil da geht alles ohne Geld.... Ein Schlem der Böses dabei denkt...

  • Können Sie auich was anderes ausser beleidigen.. Olympia besteht auch aus einer grossen Gemeinde des Behuindertsports. Sie sind sicher bereit dafür jede Woche ein paar Stunden Ihrer Freizeit zu Opfern... - Armes Deutschland kann man da nur sagen...

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