Nestlé stoppt Zusammenarbeit
IAAF laufen die Leichtathletik-Sponsoren weg

Sechs Monate vor Olympia in Rio erhöht sich der Druck auf den Leichtathletik-Weltverband. Nach Adidas hat sich ein weiterer Sponsor zurückgezogen. Zudem ist eine zweite Sportweltmacht mit schweren Vorwürfen konfrontiert.

Monte CarloSponsoren laufen davon, neue Enthüllungen über Doping und Korruption kommen fast täglich ans Tageslicht: Der Leichtathletik-Weltverband IAAF gerät immer weiter in Misskredit. Doping-Geständnis in China, Schmiergeld-Vorwurf in Kenia, Athleten auf der Anklagebank in Italien und die Nachricht, dass britische Kontrolleure in Russland testen. Hinzu kommt die Ankündigung von IAAF-Sponsor Nestlé, den Vertrag zu kündigen.

Sechs Monate vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gerät die IAAF immer stärker unter Druck. Allerdings will die durch die kriminellen Machenschaften des früheren Präsidenten Lamine Diack und die Vertuschung von Doping ins Zwielicht geratene IAAF zumindest Sponsoren nicht ohne Gegenwehr ziehen lassen.

So hat der Weltverband angekündigt, die sofortige Beendigung des Sponsorenvertrages für das Programm „Kids Athletics“ durch den Nahrungsmittelkonzern Nestlé nicht akzeptieren zu wollen. „Wir sind verärgert und bestürzt über die Ankündigung. Wir werden es nicht akzeptieren“, erklärte Präsident Sebastian Coe laut einer Mitteilung des Weltverbandes am Mittwochabend. „Es sind die Kinder, die darunter leiden.“ Die IAAF sei mit Nestlé über das letzte Jahr der fünfjährigen Partnerschaft für das Kinder-Programm im Gespräch.

Nestlé hatte in einer Stellungnahme erklärt, die Zusammenarbeit mit der IAAF „angesichts der negativen öffentlichen Wahrnehmung bezüglich Korruptionsvorwürfen und Dopings“ mit sofortiger Wirkung zu beenden. „Wir glauben, dass dies eine negative Auswirkung auf unsere Reputation und das Image haben könnte“, hieß es in der Stellungnahme.

Nach IAAF-Angaben haben rund 15 Millionen Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren in 76 Länder an dem „Kids Athletics“-Programm teilgenommen. In diesem Jahr soll es auf weitere 15 Länder ausgedehnt werden. Rund drei Millionen Kinder sollen damit erreicht werden.

Bereits Ende Januar war publik geworden, dass Sportartikelhersteller Adidas seine Zusammenarbeit mit der IAAF zu beenden erwägt und vorzeitig aus dem noch vier Jahre laufenden Vertrag aussteigen wolle. Das Unternehmen aus Franken ist neben Canon, Seiko, TDK, Toyota, TBS und Mondo einer der sieben großen Partner der IAAF.

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„Das ist doch ein Witz“

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