sonstige Sportarten Neue Bayer-Ära mit Augenthaler

Aus dem Krisenmanager Klaus Augenthaler soll der Reformer der Zukunft bei Bayer 04 Leverkusen werden. Weniger Mittel, mehr junge Spieler und größerer Erfolg - das ist die neue Formel beim Fußball-Bundesligisten.
Bleibt bei Bayer Quelle: dpa

Klaus Augenthaler gibt seinen Spielern Instruktionen vom Spielfeldrand.

(Foto: dpa)

dpa LEVERKUSEN. Aus dem Krisenmanager Klaus Augenthaler soll der Reformer der Zukunft bei Bayer 04 Leverkusen werden. Weniger Mittel, mehr junge Spieler und größerer Erfolg - das ist die neue Formel beim Fußball-Bundesligisten.

"Er hat uns vor allem durch sein Verhalten in kritischen Situationen überzeugt", begründete Bayer - Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser die vorzeitige Vertragsverlängerung mit seinem Chefcoach bis zum 30. Juni 2006. "Wir glauben, dass er mit seiner unaufgeregten und sachlichen Art der richtige Trainer für uns ist."

Erfahrungen mit Fußball-Lehrern konnte der Leverkusener Werksclub seit der Kokain-Affäre um Christoph Daum im Jahr 2000 genug sammeln. So erwies sich die Zusammenarbeit mit Berti Vogts als Flop, der Höhenflug mit Klaus Toppmöller bis ins Champions-League-Finale 2002 als kurzer Erfolgstrip und das 86-Tage-Intermezzo von Thomas Hörster als Desaster.

Erst mit Augenthaler, der am 13. Mai 2003 die Regie übernahm und den drohenden Absturz in die 2. Liga in letzter Sekunde abwendete, kehrte wieder Ruhe beim launischen Verein am Rhein ein. Für den wortkargen, knorrigen, auf Distanz bedachten Ur-Bayer ist es nach dem Grazer AK und dem 1. FC Nürnberg erst der dritte Cheftrainer-Posten seiner Karriere.

Das Angebot zur Weiterbeschäftigung nahm Augenthaler gern an. "Es war keine Überzeugungsarbeit notwendig, nur ein Telefonat mit meiner Frau", sagte der 47 Jahre alte 27-malige Nationalspieler, der für Bayern München 404 Bundesliga- und 89 Europacup-Spiele bestritt. "Ich arbeite gern mit der Mannschaft. Die Spieler sind charakterlich 1a." Dass sie auch wankelmütig und instabil sind, wie das Auf und Ab des derzeitigen Tabellensiebten immer wieder zeigt, wurmt ihn allerdings. Dennoch ist er sicher, am Ende der Saison noch einen Europacup-Platz zu ergattern: "Ich bin fest überzeugt, dass wir unter die ersten Fünf kommen."

Die aktuelle Personalplanung ist aber auch auf ein größeres Ziel ausgerichtet: nach vier deutschen Vize-Meisterschaften endlich einmal den Titel zu gewinnen. Mit diesem Ziel ist auch Rudi Völler ("Den Traum sollte man nicht begraben") als Sportchef zu Bayer 04 zurückgekehrt. Augenthaler und Völler, die zusammen 1990 Weltmeister wurden, setzen dabei auf einen Mix aus Talenten und Routiniers.

Deshalb war es kein Zufall, dass Anfang der Woche gleich sechs Perspektivspieler Verträge erhielten, darunter der kroatische Nachwuchsstürmer Josip Tadic (17) von NK Osijek. "Man muss den Weg mit Optimismus gehen und eine gute Mischung finden", meinte Augenthaler. Er kann aber auch zukünftig auf Leistungsträger wie Carsten Ramelow, Dimitar Berbatow und Bernd Schneider zählen, die jüngst langfristige neue Kontrakte erhielten. "Unser Konzept ist, dass wir weiter internationale Spitzenspieler und Bundesliga-Profis holen, die Positionen X bis 25 im Kader aber mit Talenten besetzen", so Holzhäuser, der kein "Sparkommissar" sein will - aber sparen muss.

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