Neue Nada-Chefin
Gotzmann kämpft für einen sauberen Sport

Das oberste Organ im Kampf gegen Doping in Deutschland hat eine neue Spitze: Die Ex-Basketball-Nationalspielerin und promovierte Chemikerin Andrea Gotzmann ist die neue Vorsitzende der Nationalen Anti-Doping-Agentur.
  • 0

DüsseldorfAls feststand, dass sie sich im langwierigen Bewerbungsprozess durchgesetzt hat, fühlte sie sich wie auf dem obersten Siegertreppchen: Die frühere Basketball-Nationalspielerin und promovierte Chemikerin Andrea Gotzmann leitet seit wenigen Tagen die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) in Bonn. Als oberste Dopingbeauftragte des Landes will sie aufklären, vor allem junge Sportler warnen, Sündern ihr unfaires Verhalten nachweisen. „Es ist doch sehr schade, wenn das Ansehen des Sports leidet“, sagt Gotzmann.

Die 54-Jährige ist leidenschaftliche Forscherin, arbeitete 25 Jahre lang am Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Sie war auch an der Überführung des Sprinters Ben Johnson bei den Olympischen Spielen 1988 beteiligt - einer der prominentesten Dopingfälle der Sportgeschichte. Gotzmann fühlt sich geehrt, nun der Nada vorzustehen, sie will etwas bewegen, mit Herzblut den Kampf gegen Doping weiterführen.

Nach ihrem Studienabschluss, Gotzmann ist Diplom-Sportlehrerin und Chemikerin, führte sie ihr Weg direkt ans Biochemische Institut. Sie hat von zwei der berühmtesten Dopingfahnder der Welt gelernt, Manfred Donike und Wilhelm Schänzer. Zu Beginn ihrer Karriere hat Gotzmann noch die Reagenzgläser gespült - zuletzt war sie für die Kommunikation mit der Welt-Anti-Doping-Agentur zuständig, sie hat Vorträge gehalten und sich in der Fortbildung der Sportmediziner engagiert. Die frühere Sprecherin der Basketball-Nationalmannschaft geht auch mit einem weinenden Auge – wechselt sie doch zum ersten Mal in ihrer beruflichen Laufbahn den Arbeitgeber.

Die Nada, ein unabhängiges Institut, das von Sportverbänden, der Wirtschaft und der Politik finanziert wird, hat monatelang nach einem neuen Vorstandschef gesucht. 50 Bewerber gab es, am Ende hat sich Gotzmann wegen ihrer jahrelangen Erfahrung in der Dopinganalytik – und als frühere Leistungssportlerin - durchgesetzt. Sie weiß, dass ihr Leben ab heute öffentlicher wird, nervös ist deshalb nicht: „Ich habe als Sportlerin gelernt, wie es ist, auch mal im Mittelpunkt zu stehen.“

Kommentare zu " Neue Nada-Chefin: Gotzmann kämpft für einen sauberen Sport"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%