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Neue Runde im Bruderzwist der Schumachers

Michael Schumacher hat seinem Bruder Ralf eine schallende Ohrfeige verpasst und ihn öffentlich gemaßregelt.

dpa INDIANAPOLIS. Michael Schumacher hat seinem Bruder Ralf eine schallende Ohrfeige verpasst und ihn öffentlich gemaßregelt.

"Ehrlich gesagt, glaube ich, dass Ralf genug andere Dinge hat, über die er nachdenken sollte", sagte der siebenmalige Formel-1-Weltmeister in Indianapolis, wo vor dem Großen Preis der USA der Bruder-Zwist in eine neue Runde ging. Ralf Schumacher soll gemutmaßt haben, dass der Ferrari-Star nicht mehr sehr lange fahren werde, denn ihm könnte nach der Niederlagenserie der Spaß an der Rennerei abhandenkommen. "Ich weiß nicht, wie er darauf kommt. Aber er ist nun mal der kleinere und jüngere Bruder", sagte der große Schumacher.

Auch wenn später zweifelsfrei herauskam, dass Ralf Schumacher seine Aussagen nicht ganz so getätigt hatte, war die Lawine ins Rollen gekommen. Manager Willi Weber schrieb dem 29-Jährigen via "Bild" ins Stammbuch: "Er soll sich darauf konzentrieren bei Toyota in Tritt zu kommen. Über Michael Schumacher und Ferrari zu philosophieren, ist nicht seine Aufgabe."

Ralf Schumacher, der auch am Ferrari-Rennstall kein gutes Haar ließ, hat genug eigene Probleme. Sein Teamkollege Jarno Trulli fährt ihm in der Qualifikation nach Belieben davon. Vor dem neunten Saisonrennen führt der Italiener in dieser aussagekräftigen Formel-1-Statistik mit 7:1. Für Ralf Schumacher ist das eine immer schwerer werdende Hypothek.

Irgendwie scheint es, als ob der Toyota-Pilot über seinen Bruder von den eigenen Schwächen ablenken will. Er war einer der Ersten, die den Ferrari-Piloten im WM-Kampf abschrieben. In Malaysia war das, im zweiten Saisonrennen. Immer wieder stichelt er gegen seinen fünfeinhalb Jahre älteren Bruder, zuletzt war er in Monte Carlo nach einem Überholmanöver nicht gut auf ihn zu sprechen. "Für mich hat er sie nicht alle", sagte er im Fürstentum. Und setzte noch einen drauf: "Manchmal schaltet er sein Gehirn nicht ein."

Diesmal war der kleine Schumacher in einem Interview nicht ganz richtig zitiert worden - ein wichtiger Bestandteil der Frage fehlte. Doch zum Telefon greifen und die Sache direkt mit dem Bruder aus der Welt schaffen, das wollte er nicht. "Es war mir nicht die Mühe wert, ihn anzurufen", sagte er. Dabei weiß er ganz genau, welche Mechanismen in diesem Geschäft greifen. "In Deutschland wäre es eine Riesensache, wenn sich der Michael entscheidet aufzuhören", sagte Ralf Schumacher.

"Ich erzähle ihm auch immer, wie viel Spaß es mir noch macht. Man muss nicht immer gewinnen, um glücklich zu sein. Mir fehlt weder Spaß noch Motivation", sagte Michael Schumacher. Sein Vertrag bei Ferrari läuft Ende des nächsten Jahres aus. Manager Weber nährte eine andere Spekulation: "Der Michael hat Riesenlust, auch nach 2006 weiterzufahren."

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