Neue Saison
Basketball-Bundesliga ohne Turnhallenmief

"Alles ist möglich.“ Dirk Bauermann bezieht diesen Satz auf die Basketballsaison, die heute mit dem Spiel EWE Baskets Oldenburg gegen TBB Trier beginnt. Nie seien die Mannschaften so ausgeglichen gewesen, nie die Meisterschaft so offen, sagt Bauermann, der die Nationalmannschaft und den GHP Bamberg in Personalunion trainiert.

DÜSSELDORF. Wie treffend die Aussage von Bauermann auch auf die Entwicklung der gesamten Sportart zutrifft, weiß kaum einer besser als er selbst. Denn was im deutschen Basketball alles möglich ist, hat die Nationalmannschaft gerade erst bewiesen – mit ihrem überraschenden Gewinn der Silber-Medaille bei der Europameisterschaft in Serbien-Montenegro. Basketball ist hier zu Lande so populär wie nie zuvor. Bei den 14- bis 29-jährigen steht der Ballsport laut einer Umfrage der Marktforscher Sport & Markt sogar an erster Stelle. Mit mehr als vier Prozent hat Basketball den höchsten Anteil an jugendlichen TV-Zuschauern unter den Sportarten. Und das Interesse für die Basketball-Bundesliga liegt auf ähnlich hohem Niveau wie für die amerikanische Profiliga NBA.

Die Liga selbst ist „wirtschaftlich stärker geworden, und professioneller“, sagt Jan Pommer, Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga (BBL). Seit Oktober 1996 hat sich die erste Bundesliga aus den Verbandsstrukturen ausgegliedert und organisiert sich seither selbst unter dem Label BBL. Die BBL ist eine GmbH, deren Hauptanteilseigner die Vereine sind. „So entgehen wir der quälenden Verbandsstruktur und können sehr schnell reagieren.“ Ein Beispiel, dem inzwischen auch andere Ligen wie die Fußball- und Handball-Bundesliga oder die Deutsche Eishockey Liga gefolgt sind.

Die BBL hat schlanke Strukturen, die Meisterschaft verspricht Spannung und die Nationalmannschaft ist Vize-Europameister – Glückseligkeit im deutschen Basketball? Mitnichten. Vor allem die Protagonisten sind unzufrieden. Nach der EM gaben zwölf Spieler der Nationalmannschaft bekannt, dass sie die Spielervereinigung SP.IN e.V. gegründet haben. Ihr Ziel: Sie wollen die Interessen aller Profis in Deutschland vertreten. Ihre Sorgen: Drei Viertel der Nationalspieler seien durch die radikale Öffnung des Bundesliga-Spielermarktes entweder arbeitslos oder gezwungen, im Ausland zu spielen. In den letzten zwei Jahren hätten drei Club-Insolvenzen in der BBL zum Verlust von 45 Arbeitsplätzen geführt.

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