Neuer Sponsor
Die deutschen Segler leiten die Wende ein

Erfolg war für die deutschen Segler lange ein Fremdwort. Auf internationalen Wettbewerben landeten sie meist abgeschlagen auf den hinteren Rängen. Mit dem Radikalumbau der Organisation wollen Verbände und Sportler nun einen Top-Sponsor gewinnen - und Deutschland zur erfolgreichsten Segelnation der Welt machen.

DÜSSELDORF. Der Erfolg war leicht zu erreichen. „Wir wollten besser sein als 2004 in Athen“, sagte Hans Sendes, Teamchef der Athleten des Deutschen Segler-Verbandes (DSV), nach dem Ende der Regatten bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. „Und das ist gelungen.“ In Griechenland war die Bilanz seiner Segler schlicht desaströs, ein sechster Platz das mit Abstand beste Ergebnis. Bei den Spielen in China dagegen holten die Brüder Jan-Peter und Hannes Peckolt Bronze, vier weitere Boote schafften es unter die besten Zehn. Zu mehr als Rang 14 der Nationenwertung reichte es allerdings nicht.

Neidvoll blickt der DSV nach Großbritannien, das in Peking mit viermal Gold und je einmal Silber und Bronze erneut die olympischen Segelwettbewerbe dominierte. Mit der Gründung des Sailing Team Germany (STG), das sich gestern im Düsseldorfer Yachtclub präsentierte, starten die Wassersportler nun zur Aufholjagd. „Wir wollen Deutschland zur erfolgreichsten Segelnation der Welt machen“, kündigt Oliver Schwall an, Tornado-Weltmeister und ehemaliger CEO der Werbeagentur Springer & Jacoby. Er hat das Projekt gemeinsam mit Arne Dost ins Leben gerufen, Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens Eduard Keuscher, das unter anderem Werbemittel produziert.

Die Basis für künftige Erfolge soll eine einheitliche Marketing-Organisation für das deutsche Segeln sein. „Der bisher sehr starke Neid- und Missgunstfaktor wird rausgenommen“, sagt Dost. Künftig tritt eine neu gegründete Sportmarketing-Firma als Ansprechpartner für Sponsoren auf. Segelverbände und Yachtclubs sind über einen Aufsichtsrat eingebunden. Außerdem sollen Vertreter aus der Wirtschaft hier Sitze bekommen. „Ein fünf- bis sechsköpfiges Gremium könnte damit alle Entscheidungen für den deutschen Segelsport treffen“, sagt Dost.

Beim Personal hat bereits ein Hochkaräter zugesagt: Gesellschafter der Agentur ist neben Schwall und Dost der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann, als Sportdirektor des Alinghi-Teams zudem zweimal Sieger beim America’s Cup, dem renommiertesten Segelwettbewerb der Welt. „Wir haben uns weit von unseren Leistungsansprüchen entfernt“, sagte er. „Wir waren führend und wollen da wieder hin.“ Dafür sei professionellere Arbeit nötig.

Als Vorbild für ihr Unterfangen hat die Initiative das Radsport-Sponsoring der Deutschen Telekom gewählt. „Die Sportart war auch stark unterrepräsentiert“, sagt Dost – erst die Unterstützung des Bonner Konzerns habe den Durchbruch in den Medien gebracht. 2007 zog sich die Telekom wegen der Verstrickung einiger Fahrer des Teams T-Mobile in Doping-Affären zurück. Einen solchen Fehlschlag müsse ein Segel-Partner nicht fürchten: „Es ist die sauberste Sportart überhaupt“, sagt Dost.

Wichtigste Aufgabe ist es, einen finanzkräftigen Top-Sponsor zu finden. Nach Präsentation des Sailing Teams sollen nun Verhandlungen starten – vor allem bei Dax-Konzernen machen sich die Segel-Vertreter Hoffnung. „Wir halten beispielsweise Energieversorger für ideale Partner“, sagt Dost. „Auch Unternehmen der Automobilindustrie haben sich schon mehrfach gezeigt.“ Audi etwa ist seit vergangenem Jahr Titelsponsor der Regattaserie Medcup. Ebenso ist BMW stark im Segelsport engagiert – unter anderem bei der Kieler Woche.

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