Neureuther bei der Ski-WM
„Jetzt geht die Post ab“

Felix Neureuther ist die größte deutsche Medaillenhoffnung bei der Ski-WM in Beaver Creek. Im Interview spricht er über seine Ambitionen, seine bisherigen Leistungen und seine größten Rivalen auf dem Weg zum WM-Titel.
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Mit dem Team-Wettbewerb beginnen für Felix Neureuther am Dienstag seine siebten Ski-Weltmeisterschaften in den USA. Der schnellste Mann der Welt, Usain Bolt, drückt ihm vorab die Daumen und gibt einen speziellen Ratschlag mit auf den Weg: „Denk daran: Zieh kein Kleid an. Mach das nicht“. Damit meint er den von Bastian Schweinsteiger organisierten Maskenball, auf dem Bolt und Neureuther Gäste waren. Neureuther war als Dörnröschen gekommen.

2005 in Bormio gewann der 30 Jahre alte Partenkirchner Gold mit der Mannschaft, 2013 in Schladming die lange angestrebte Einzel-Medaille: Silber im Slalom hinter Marcel Hirscher (Österreich). Im SID-Interview spricht Neureuther über die Vorbereitungen auf die WM, den bisherigen Saisonverlauf, sein Verhältnis zu Rivale Hirscher und warum er glaubt, dass er bei dieser WM erfolgreich sein kann.

SID: Felix, Sie sind vor ein paar Tagen hier in Vail angekommen, zuvor waren Sie mit ihren Mannschaftskollegen zum Training in Park City. Hat das etwas gebracht?
Felix Neureuther: Es war gut. Es war sehr ruhig dort. Der Januar ist für mich doch ein intensiver Monat, mit vielen Rennen, mit vielen großen Rennen, mit viel Trubel. Deswegen hat es wahnsinnig gut getan, mal abschalten und sich in Ruhe vorbereiten zu können.

Ihren Facebook-Bildern nach zu schließen, hatten Sie dort auch eine Menge Spaß mit Ihren Mannschaftskollegen. Auf einem Bild sieht es so aus, als würden sie gemeinsam Klippenspringen trainieren.
Das war überragend (lacht) ... Es macht einfach unheimlich Spaß, mit diesen Jungs in einer Mannschaft zu sein, vor allem auch mit den Jungen, mit Linus (Strasser) und Stefan (Luitz). Und wenn die Jungen auf einen Alten treffen und der Alte auch noch ein bisschen jung geblieben ist im Kopf, dann kann auch mal ein Blödsinn dabei rauskommen. Es war richtig geil.

Fühlt man denn als angeblich Alter noch ein Kribbeln, wenn man dann bei einer WM vor Ort eintrifft?
Ich weiß gar nicht, meine wievielten Weltmeisterschaften das hier sind (Anmerkung: die siebten), aber für mich ist das schon etwas anders als für die Jungen. Als Junger kommst du hierher und denkst: Das muss schon etwas Spezielles sein. Ist es aber nicht. Für mich ist wichtig, dass wir hier gut betreut werden, gut trainieren können. Die WM, die Rennen, die waren bei mir hier zunächst nicht im Kopf. Das ist auch wichtig, sonst verbrennt man zu viel Energie im Kopf. Den Schalter lege ich erst am Renntag um, da sage ich mir: So, Junge, jetzt fokussieren, jetzt geht die Post ab.

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