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Neururer bleibt Coach auch bei Abstieg

Nach einer Aussprache zwischen Trainer Peter Neururer und der Mannschaft klammert sich der VfL Bochum noch an die letzte Hoffnung auf den Klassenverbleib, doch im Hintergrund laufen die Planungen für die 2. Fußball-Bundesliga auf Hochtouren.

dpa BOCHUM. Nach einer Aussprache zwischen Trainer Peter Neururer und der Mannschaft klammert sich der VfL Bochum noch an die letzte Hoffnung auf den Klassenverbleib, doch im Hintergrund laufen die Planungen für die 2. Fußball-Bundesliga auf Hochtouren.

VfL-Vorstand Dieter Meinhold stellte in einem Gespräch mit der dpa noch einmal unmissverständlich klar: "Peter Neururer bleibt unser Trainer, auch wenn wir absteigen sollten." Spekulationen, der 49-Jährige würde womöglich von sich aus seinen Posten räumen, wischte Meinhold vom Tisch. "So wie ich ihn kenne, schließe ich das aus."

Neben der wichtigsten Personalie sind viele andere Dinge schon geklärt. Der dänische Profi Sören Colding hat seinen auslaufenden Vertrag verlängert und wird dem VfL auch im Abstiegsfall noch zwei Jahre treu bleiben. Die meisten anderen Profis besitzen ohnehin Kontrakte, die auch für die 2. Liga gelten. Sollte der Tabellen-17. tatsächlich zum fünften Mal den Gang in die Zweitklassigkeit antreten, wird der Großteil des Kaders zusammen bleiben. Ein Ausverkauf droht nicht: "Wir können schon jetzt mit 19 Spielern planen", sagte Geschäftsführer Ansgar Schwenken.

Verträge, die nur für die 1. Liga gelten, besitzen Vratislav Lokvenc und Winter-Einkauf Fatih Akyel, der ohnehin bisher keine Rolle spielte. Die Arbeitspapiere von Michael Bemben, Filip Tapalovic, Raymond Kalla und Dariusz Wosz laufen im Sommer aus. Ob der Kapitän noch ein weiteres Jahr Fußball spielt oder seine Karriere beendet und dem VfL in anderer Funktion (Trainerstab/Scouting) erhalten bleibt, ist noch nicht entschieden. Man sei in guten Gesprächen mit Wosz, sagte Meinhold: "Ich bin optimistisch, dass wir eine gute Lösung finden."

Bei Kalla könnte der Club eine Option ziehen. Neben Stürmer Peter Madsen, der für eine festgeschriebene Ablösesumme von zwei Mill. Euro gehen könnte, besitzen noch "ein, zwei Profis" Ausstiegsklauseln. Der Saison-Etat würde in der 2. Liga wegen der Mindereinnahmen auf rund 14 Mill. Euro halbiert.

Bei Mannschaft und Trainer hat der Abstiegskampf Spuren hinterlassen. Zwei Tage nach dem desaströsen Auftritt in Rostock (1:3), gab es vor dem Training eine einstündige Aussprache. Über den genauen Inhalt und die Ergebnisse schwiegen die Beteiligten. "Es ist besser, wenn das in der Kabine bleibt", meinte Rein van Duijnhoven. Auch der Coach mochte nicht viel verraten: "Ich wollte von den Spielern wissen, was sie zu ihrer Leistung sagen."

Dass sich die Elf trotz des auf acht Punkte angewachsenen Rückstands auf einen Nicht-Abstiegsplatz in den letzten neun Spielen noch zur schon in der Winterpause propagierten Aufholjagd aufrafft, ist mehr als unwahrscheinlich. Das weiß auch die Clubführung. "Wir sind keine Träumer, wir denken realistisch. Das heißt aber nicht, dass wir schon aufgeben. Die Mannschaft ist aufgefordert, bis zuletzt alles zu geben", sagte Meinhold.

Die leidgeprüfte Fan-Gemeinde ist gespalten. Viele sehen in Neururer den Allein-Schuldigen, weil er die Verantwortung für die Zusammenstellung des Kaders trägt und die Elf zurzeit offenbar nicht erreicht. Andere machen die Spieler für den Niedergang verantwortlich, werfen ihnen vor, nicht einmal zu kämpfen. "Jeder von uns trägt das Club-Emblem auf der Brust. Es kann keiner sagen, dass wir absichtlich verlieren", sagte Wosz vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Die Partie ist wohl die allerletzte Chance: "Wir dürfen die Tür zur 1. Liga nicht endgültig zuschlagen."

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