Neururer und Sammer sauer auf Schiedsrichter: Spitzenreiter Bayern rutscht aus

Neururer und Sammer sauer auf Schiedsrichter
Spitzenreiter Bayern rutscht aus

Die Leistungen der verunsicherten Schiedsrichter bleiben im Zuge des Wett- und Betrugsskandals um den inzwischen inhaftierten Robert Hoyzer das Dauerthema in der Fußball-Bundesliga. In drei von sieben Spielen sorgten die Unparteiischen am 21. Spieltag mit offensichtlichen Fehlentscheidungen und zahlreichen fragwürdigen Pfiffen für großen Unmut und heftige Reaktionen bei Trainern und Spielern.

HB DÜSSELDORF. Vor allem Bochums Coach Peter Neururer und Stuttgarts Fußball-Lehrer Matthias Sammer konnten ihre Emotionen nach den Niederlagen ihrer Teams kaum unter Kontrolle halten.

Fast völlig in den Hintergrund gerieten sportliche Aspekte. Dabei hat sich der Titelkampf dramatisch zugespitzt: Weil der FC Bayern München am Sonntag auf der schneebedeckten Spielfläche der Bielefelder Schüco Arena ins Straucheln geriet und gegen die heimische Arminia mit 1:3 (0:1) unterlag, konnte der FC Schalke 04 dank seiner 3:0-Gala gegen den VfL Wolfsburg nach Punkten mit dem Spitzenreiter gleichziehen. Im zweiten Sonntagsspiel wahrte Leverkusen seine Champions-League-Chance: Nur in der ersten Halbzeit leistete Aufsteiger Mainz beim 0:2 (0:0) erfolgreich Gegenwehr.

Der ehemalige Fifa-Referee Hellmut Krug, Leiter der DFB - Schiedsrichterabteilung, zeigte am Sonntag Verständnis für die überbordenden Gefühle. In einem Telefon-Interview während der DSF- Sendung "Doppelpass" sprach er diplomatisch von "einer Reihe von sehr schwierigen Entscheidungen", räumte "viele Fehler" ein, mahnte aber zur Gelassenheit: "Eine derartige Situation haben wir noch nie gehabt. Die Schiedsrichter können dem öffentlichen Druck kaum noch Stand halten. Unsere Schiedsrichter haben am Wochenende ungewöhnlich häufig daneben gelegen." Gleichwohl gibt es für Krug "keinen Anlass, jetzt alle Unparteiischen auszutauschen".

Sammer verpasste sich trotz der Wut auf Schiedsrichter Uwe Kemmling (Burgwedel) aus Angst vor einer Bestrafung durch das DFB - Sportgericht nach dem 1:2 des VfB beim Hamburger SV sogar selbst einen Maulkorb: "Ich bin so erbost. Wenn ich jetzt was sage, werde ich lebenslang gesperrt." Tatsächlich boten Kemmlings Entscheidungen viel Angriffsfläche. Nach ausgebliebenem Elfmeterpfiff suchte er Bestätigung ausgerechnet beim "verdächtigen" HSV-Keeper Martin Pieckenhagen. Der versicherte, er habe bei der Attacke gegen Imre Szabics den Ball gespielt. Was sollte er auch sonst sagen?

Sammer hält Kemmlings Vorgehen für bedenklich: "Der Täter hat ein Problem, aber auch der, der ihn befragt hat." Darüber hinaus gab es beim Duell in der AOL-Arena weitere strittige und möglicherweise Spiel entscheidende Szenen, die zu Ungunsten der Schwaben ausgelegt wurden. Silvio Meißner stellte aus Frust gar einen Zusammenhang mit der tags zuvor beschlossenen finanziellen Entschädigung für das von Hoyzer verpfiffene Pokalspiel des HSV in Paderborn her: "Gestern kriegen sie zwei Mill. ? und heute drei Punkte."

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