NFL-Manager Akash Jain
„Wir müssen die Fans näher ans Spiel bringen“

NFL-Manager Akash Jain ist für die Vermarktung des American Football außerhalb der USA zustädnig. Kurz vor dem Super-Bowl verrät er, spricht er über Kameras in Helmen und ob NFL-Spiele in Deutschland übertragen werden.
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DüsseldorfHerr Jain, Sie waren gerade auf Europas größter Sportbusiness-Messe in Düsseldorf. Direkt neben der Messehalle ist eine große Football-Arena. Besteht eine Chance, dass in Zukunft ein NFL-Spiel in Deutschland stattfinden kann?
Die Esprit Arena, ja. Ich habe alle großen Stadien in Deutschland gesehen, auch in Frankfurt, Berlin und München. Ich kann Ihnen noch nicht sagen, ob es ein Spiel in Deutschland geben wird oder wann. Aber wir bewerten die Stadien und die Infrastruktur und was wirklich toll ist: Viele erfüllen unsere Voraussetzungen, was die Größe des Kabinen angeht, die Größe des Feldes und die Bereiche für die Trainer. 

Es ist jetzt rund zehn Jahre her, dass die NFL Europe eingestellt wurde. Warum könnten Spiele von US-Mannschaften in Deutschland funktionieren?
In London läuft das schon sehr erfolgreich. Wir untersuchen unsere Fan-Basis jedes Jahr gründlich. Und seitdem wir in Großbritannien spielen, wächst die Anzahl unserer Fans stetig. In Deutschland erreichen wir mit den regulären Saisonspielen auf „ProSieben Maxx“  eine Million Zuschauer – und das in der Nacht. Auch die Anzahl unsrer Fans auf den Sozialen Medien hat um gut 80 Prozent im Jahr zugelegt. Gerade jüngere Leute in Deutschland sind interessiert an Football, das stelle ich immer wieder fest.

Am Sonntag findet das Super-Bowl-Finale statt. Dabei werden die Spieler zum ersten Mal Kameras in den Helmen tragen. Was versprechen Sie sich davon? 
Das ist Teil unserer Digital-Strategie. Wie jeder weiß, verändert sich die Art und Weise, wie die Fans Football schauen. Wir müssen auf allen möglichen digitalen Plattformen sein. Das zwingt uns, zu überlegen, wie wir Inhalte auf diesen Plattformen am besten darstellen. Wir sind dabei, neue Wege zu finden, um die Fans näher ans Spiel zu bringen. Kameras in die Helme der Spieler zu integrieren, ist ein solcher Weg. Das schafft neue Video-Inhalte, die es vorher noch nicht gegeben hat. Wir haben auch Chips im Ball und in den Trikots, mit denen wir Daten sammeln und neue, Interessante Fakten präsentieren. 

Wie wichtig ist die virtuelle Realität für die NFL?
Hier probieren wir verschiedene Dinge aus, auch über Partnerschaften mit Google und der Plattform NextVR. Wir wollen mit dieser Technologie einzigartige Erlebnisse schaffen. In Zukunft könnten wir zum Beispiel uns eine Situation vorstellen, in der Sie in Deutschland sind, ich in London bin und Ihr Kollege in Houston ist und wir alle das Spiel gemeinsam in der virtuellen Realität anschauen.

 

Wann wir es so weit sein?
Das kann ich noch nicht genau sagen. Es kommt auf die Hardware an, aber auch darauf, wie teuer das am Ende für die Fans sein wird. Da ist noch viel in Bewegung. Der Erfolg der Liga in den USA kam dadurch zustande, dass die Spiele im Free-TV zu sehen waren. So haben wir 200 Millionen Fans gewinnen können. Das wird sich nicht verändern, aber mit neuen Inhalten gibt es sicherlich Möglichkeiten, neue Abonnements zu entwickeln oder einmalige Bezahlinhalte zu vertreiben.

Wie wichtig ist das Auslandsgeschäft für die NFL?
Unsere Führung hat erkannt, dass das Wachstum langfristig überwiegend aus dem Ausland kommen wird. In den USA können wir zwar auch noch wachsen, aber nicht so stark wie in anderen Ländern. Wir konzentrieren uns im Ausland auf die Märkte Kanada, Mexiko, Brasilien, Großbritannien, Deutschland und China. Und da kratzen wir gerade mal an der Oberfläche. Unsere Fan-Basis im Ausland wächst jedes Jahr um zehn bis 15 Prozent. Wenn wir das halten, können wir demnächst auch im Ausland auf 200 Millionen Fans bekommen. 

Deutsche Bundesliga-Clubs engagieren sich stark in China. Wie wichtig ist der Markt für die NFL? 
Das ist ein sehr wichtiger Markt, vor allem weil er so groß ist. Wir haben bereits rund zwölf Millionen Fans dort. Die Herausforderung ist jetzt, das Wachstum zu beschleunigen und weiter eine  junge Zielgruppe anzusprechen, gerade in digitalen Kanälen und in den Sozialen Medien. Es ist auf jeden Fall ein Markt, in den wir investieren.

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