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NHL-Arbeitskampf nach 301 Tagen vor dem Ende

Das Ende des längsten Arbeitskampfes in der Geschichte des US-Sports ist nicht mehr fern. Die Spielergewerkschaft und die Klubs aus der nordamerikanischen Profiliga NHL haben eine "prinzipielle Einigung" erzielt.

Nach 301 Tagen und 82 Verhandlungstreffen geht der längste Arbeitskampf in der Geschichte des US-Profisports dem Ende entgegen. Die Spielergewerkschaft und die Klubs der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL haben eine "prinzipielle Einigung" zur Einführung einer Gehaltsobergrenze (Salary Cap) und damit zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs gefunden.

Flurschaden soll vermindert werden

Einzelheiten der Einigung werden erst in der kommenden Woche bekannt gegeben. Noch müssen Gewerkschaft und Liga das Abkommen intern genehmigen, doch daran zweifelt nach der langen Auszeit niemand mehr. Der ohnehin entstandene Flurschaden soll eingegrenzt werden. "Sowohl Spieler als auch Klubs gehen als Verlierer aus diesem Arbeitskampf hervor. Immerhin haben wir endlich eine Einigung, die uns hoffentlich weiterbringt", sagte Stürmer Jean-Pierre Dumont von den Buffalo Sabres.

Gehälter werden bis zu 24 Prozent gekürzt

Medienberichten zufolge einigte man sich auf eine Deckelung der Gehälter bei 54 Prozent der gesamten Einnahmen der Liga. Ein Klub darf künftig nur noch 39 Mill. Dollar pro Saison an seine Spieler auszahlen. Gehaltsvereinbarungen aus laufenden Verträgen sollen um 24 Prozent gekürzt werden. Zudem will man künftig eine schnellere Schlichtung bei Streitigkeiten über Gehälter erreichen. Sichergestellt sein soll auch, dass die Spieler an den Olympischen Spielen 2006 in Turin (10. bis 26. Februar) teilnehmen können. Die NHL wäre dafür zu einer 18-tägigen Pause bereit.

"Mit dieser Einigung wird die Liga ausgeglichener und insgesamt ein noch höheres Niveau erreichen", sagte New Jersey Star-Torwart Martin Brodeur. Doch bei aller Freude über die Einigung bleibt ein schaler Nachgeschmack. Tatsache ist, dass die NHL bereits vor dem Lockout in Sachen Zuschauergunst hinter den drei anderen großen Profiligen im Basketball, Football und Baseball hinterherlief.

Die Situation wird sich keineswegs verbessern. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gelehrt, dass die Fans nach einem Arbeitskampf trotzig reagieren. Die Major League Baseball benötigte mehrere Jahre, um die Nachwehen des Spielerstreiks von 1994 endgültig hinter sich zu lassen und die Gunst der Fans zurückzugewinnen.

Auch die DEL ist betroffen

Das Ende des Arbeitskampfes hat auch Auswirkungen auf die Deutsche Eishockey-Liga (DEL). Zahlreiche NHL-Profis nutzten die Pause zu einem Gastspiel in Europa. Marco Sturm (ERC Ingolstadt), Jochen Hecht (Adler Mannheim) oder Olaf Kölzig (Eisbären Berlin) werden zurückkehren in die USA und eine Lücke bei ihren deutschen Arbeitgebern hinterlassen.

© SID

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