Niklaus überrascht mit Platz vier
Bryan Clay wird König der Athleten

Regen in Helsinki macht den Athleten auch am fünften Wettkampftag zu schaffen. Zumindest inen Deutschen konnte das nicht schocken: Zehnkämpfer André Niklaus sorgte für die große Überraschung des Abends.

HELSINKI. Ein beherzter Spurt: André Niklaus rannte beim 1500-Meter-Lauf, der letzten Disziplin des Zehnkampfs, als Zweiter ins Ziel. Es war das furiose Ende einer großartigen Leistung bei der Weltmeisterschaft im Olympiastadion von Helsinki. Nach dem ersten Tag hatte Niklaus Platz zwölf belegt. Am zweiten Tag arbeitete sich der Berliner dann bis auf Platz vier vor. Könige der Leichtathletik werden die Zehnkämpfer genannt. An diesem Abend war der 23 Jahre alte Niklaus ein kleiner Prinz.

So freute er sich auch. „Der vierte Platz ist der Hammer“, sagte Niklaus. Im bisher besten Zehnkampf seines Lebens übertraf Niklaus gleich vier seiner Bestmarken: im Kugelstoßen, Stabhochspringen, Diskuswerfen und Speerwerfen. Zudem erreichte er wieder seine Bestmarke im Hochsprung. Den Wettbewerb gewann Bryan Clay aus den Vereinigten Staaten vor dem Olympiasieger Roman Sebrle aus der Tschechischen Republik. Am zweiten Tag hatte Niklaus jedoch in einer Disziplin die Aufmerksamkeit des Publikums ganz für sich allein. Im Stabhochsprung war der letzte Athlet nach übersprungenen fünf Metern gescheitert. Niklaus aber flog immer höher hinaus – bis über 5,30 Meter.

Tero Pitkämäki winkte traurig ins Publikum. Er hatte einen nationalen Auftrag nicht erfüllt. Eine Medaille in der Lieblingsdisziplin der Finnen sollte er gewinnen, im Speerwerfen. Gerade seinetwegen waren die Karten für den gestrigen Wettkampftag schon vor Wochen ausverkauft gewesen. Doch die 40 000 Zuschauer im Olympiastadion konnten seinen Speer nicht zum Sieg tragen. Der Weltjahresbeste Pitkämäki erreichte 81,27 Meter und wurde Vierter. Andere trösteten sich damit, dass wenigstens ein Athlet aus dem nahen Estland die Goldmedaille gewann, Andrus Warnik mit 87,17 Metern. Einige Zuschauer hielten eine finnische und eine estnische Fahne in der Hand.

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