Noch zwei Siege fehlen: Ahonen jagt Hannawalds Rekord

Noch zwei Siege fehlen
Ahonen jagt Hannawalds Rekord

Janne Ahonen ist bei der Vierschanzentournee noch zwei Siege von der Einstellung des Rekords für die Ewigkeit entfernt. Anders als Sven Hannawald dominiert der Finne aber die gesamte Saison.

HB BERLIN. Janne Ahonen fehlen noch zwei Siege, um den Rekord einzustellen, der eigentlich noch mindestens 47 Jahre Bestand haben sollte. Nach seinem erneut überragenden Sieg beim Neujahrsspringen von Garmisch-Partenkirchen beschäftigt sich der Finne nun auch selbst mit dem von Sven Hannawald aufgestellten Rekord. «Es ist möglich, dass ich auf allen Schanzen gewinnen kann. Aber dafür brauche ich viel Glück», sagte der 27-Jährige vor den beiden letzten Stationen in Innsbruck am 3. Januar (Beginn 13.45 Uhr) und in Bischofshofen am 6. Januar (16.30/beide live auf RTL).

In der Saison 2001/2002 hatte der derzeit noch am Burn-out-Syndrom laborierende Athlet aus Hinterzarten auf allen vier Stationen der Vierschanzentournee dominiert. Damals wurde spekuliert, dass die Bestmarke der 50. Tournee auch wieder 50 Jahre lang halten werde. Mittlerweile scheint es, dass sich Hannawald den Rekord schon drei Jahre später mit dem Finnen teilen muss.

Dabei hatte der zweifache Tournee-Sieger Ahonen (1998/99 und 2002/2003) bei seinem Siegsprung in Garmisch-Partenkirchen über 128 Meter auch viel Glück. «Ich kam von weit oben herunter. Da war es ein bisschen schwierig, den Sprung zu stehen. Es war sehr eng», so der zurückhaltende Finne, der mit 16 Jahren in der Saison 1993/94 in Engelberg sein erstes Weltcup-Springen gewonnen hatte.

Im Auslauf den zweiten Sprunges touchierte sein Po kurz den Schnee. Die Punktrichter quittierten des Fauxpas mit Punktabzügen, die aber nur den Vorsprung Ahonens gegenüber den Platzierten Thomas Morgenstern aus Österreich und dem Oberstdorfer Georg Späth etwas schmälerten. Der Sieg war aber nie in Gefahr.

Zu dominierend präsentierte sich der dreifache Weltmeister in dieser Saison. Neun von zehn Weltcup-Wettbewerbe hat der Silbermedaillengewinner im Team von Salt Lake City gewonnen und dabei 212.000 Franken kassiert. «Alles läuft für mich perfekt. Sportlich und auch privat. Ich bin jetzt schon glücklich.»

Ein Erfolgsgeheimnis hat aber Ahonen nicht. «Ich habe im Sommer hart trainiert», so der 27-fache Weltcup-Sieger. Gerade das glaubt der deutsche Nachwuchstrainer Rolf Schilli nicht: «Ahonen hat sicher nicht so viele Sprünge gemacht, sondern lebt von der Erfahrung. Er ist einfach überragend.» Denn während sich die meisten Skispringer durch den Sommer-Grand-Prix quälten, fuhr Ahonen Dragster-Rennen und gewann auch nach eigenen Angaben «vier oder fünf. Geschwindigkeit ist ein Teil meines Lebens.»

Schilli glaubt auch, dass Ahonens Frau und Sohn Miko ihren Anteil zu Ahonens Erfolg beitragen. «Janne sieht nun das Skispringen nicht mehr als das Wichtigste in seinem Leben an. Deshalb hat er den Kopf frei.» Während die Konkurrenz verkrampft, fliegt Ahonen also befreit durch die Luft - und zwar in einem Unterkörperwinkel, der laut Bundestrainer Peter Rohwein «eigentlich gar nicht möglich ist. Ski und Unterschenkel sind nahezu parallel in der Luft.»

Aufkommende Langeweile kommt bei «Schweiger» Ahonen trotz der Dominanz nicht auf. «Ich glaube nicht, dass es langweilig wird. Es wird noch ganz harte Konkurrenz geben. Ich werde gelegentlich verlieren. Das ist normal.» Auch Rohwein glaubt an ein Ende der finnischen Herrschaft. «Ahonen ist derzeit eine Klasse für sich. Er ist aber auch nur ein Mensch. Irgendwann wird die Zeit kommen, in der er zu bezwingen ist.»

Derzeit aber hat die Konkurrenz aufgegeben. So dachte Georg Späth, der nach dem ersten Sprung in Garmisch-Partenkirchen auf dem zweiten Platz hinter Ahonen gelegen hatte, keinen Moment an den Sieg. «Das wäre zu vermessen gewesen», so der Oberstdorfer, «mein Hauptziel war es, den zweiten Platz zu halten.»

Und auch Morgenstern, der Späth noch verdrängte, feierte den zweiten Platz «wie einen Sieg.» Denn der oberste Platz auf dem Podest scheint für den Österreicher unerreichbar. «Ich weiß nicht, was ich besser machen soll, um näher an Janne heranzukommen.» Rohwein sieht derzeit nur einen Weg, den Familienvater zu stoppen: «Wir müssen Ahonen im Lift einsperren.»

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