Nordische Kombination: Ackermann zwickt der Springeranzug

Nordische Kombination
Ackermann zwickt der Springeranzug

Er gilt als potenzieller Nachfolger des dreimaligen Olympiasiegers Ulrich Wehling. Doch Ronny Ackermann hat ausgerechnet in der Olympia-Saison mit den Tücken einer kleinen Reglementsänderung zu kämpfen.

HB TURIN. Die Vereinheitlichung des Schnittes der Springeranzüge machen dem zweifachen Weltmeister in der Nordischen Kombination von 2005 mehr zu schaffen als allgemein angenommen. Sein Sprungstil, der ihn noch im WM-Jahr weit fliegen ließ und damit die Basis für seine Erfolge war, muss umgestellt werden. Und das dauert länger als erwartet.

Die Hoffnung, das Ackermann zum Saisonhöhepunkt wieder ein Siegertyp ist, scheint aber nicht unbegründet. Bereits vor einem Jahr quälte er sich vor der WM mit einem technischen Fehler auf der Schanze herum. Mit dem ersten Wettkampf in Oberstdorf war der aber behoben, was den Dermbacher zum erfolgreichsten männlichen WM- Teilnehmer machte. Und so absolvierte er gleich zu Beginn des Olympia-Jahres mit Bundestrainer Hermann Weinbuch Überstunden, um das Problem aus der Welt zu schaffen, sich den vorgeschriebenen Bedingungen anzupassen. "Wir sind auf einem guten Weg, aber es wird wohl wieder knapp werden", warnte Weinbuch vor überzogenen Erwartungen an den Sportler des Jahres 2005, der selbst zunehmend gereizter wirkte. "Man muss sich auch mal über zweite und dritte Plätze freuen und nicht nur Siege einfordern", beklagte sich der Thüringer.

Denn es gibt gleich drei Kontrahenten, die nur auf einen schwächelnden Ackermann warten: Magnus Moan aus Norwegen, Felix Gottwald aus Österreich und Hannu Manninen. Der Finne läuft von Weltcup-Sieg zu Weltcup-Sieg. Wären nicht seine unerklärbaren Aussetzer bei Saisonhöhepunkten, bei denen er noch nie einen Einzeltitel gewann, so könnte er in Turin durchaus in die Fußstapfen seines Landsmanns Sampa Lajunen treten. Dieser holte in Salt Lake City alle drei zu vergebenden Olympiasiege der Kombinierer und verwies dabei Ackermann im Sprint auf Platz zwei.

Dennoch ist die Hoffnung auf das erste Olympia-Gold für die deutschen Winterzweikämpfer nach 1988 so groß wie selten zuvor. Vor allem die Ausgeglichenheit des Teams spricht für sich. In der deutschen Paradedisziplin bei Winterspielen meldeten gleich acht Athleten ihre Anwartschaft auf ein Olympia-Ticket an. Davon konnten die anderen Nationen nur träumen. Ein richtiges Erfolgserlebnis aber hatte keiner der Kandidaten vorzuweisen. Auch nicht der sechsmalige Junioren-Weltmeister Björn Kircheisen, der bei der WM in Oberstdorf seine Rolle als Kronprinz von Ackermann eindrucksvoll ausfüllte. Der Johanngeorgenstadter kann als begnadeter Läufer gegenwärtig gar nicht so viel aufholen, wie er beim Springen verliert. Dennoch ist er gesetzt, denn gerade in der Staffel kann man mit dem Lauf noch unglaublich viel herausholen.

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