Nordische Kombination International
Revolution soll Kombinierer-Krise stoppen

Der Sommer-Grand-Prix am Samstag soll für die nordischen Kombinierer einen Schritt aus der Krise bedeuten. Das wollen die Verantwortlichen mit einer neuen Wettkampfform meistern.

Die nordischen Kombinierer wollen mitten im Sommer den ersten Schritt aus der Krise machen - mit einer Revolution der Winter-Königsdisziplin. Beim Sommer-Grand-Prix am Samstag in Hinterzarten wird die neue Wettkampfform aus einem Sprung und dem nachfolgenden 10-km-Langlauf getestet. Mit dem neuen Format wollen die nordischen Kombinierer einen Weg aus der Krise finden.

"Zurück zu den Wurzeln"

"Wir gehen zurück zu den Wurzeln. Die Kombination hat genug Potenzial, um als attraktive Sportart neben dem Skispringen und Langlauf zu bestehen", sagt Walter Hofer dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Dazu braucht sie ein Format, dass durch den Wiederholungseffekt für Zuschauer und Medien nachvollziehbar ist. Das darf nicht länger als ein Fußballspiel dauern."

Der als Skisprung-Renndirektor des Internationalen Skiverbandes FIS erfolgreiche Managertyp Hofer hatte beim letzten Kongress in Kapstadt völlig überraschend auch die Macht in der Kombination übertragen bekommen.

Der bisherige Chef Ulrich Wehling ist nach dem Umsturz nur noch für die organisatorische Abwicklung der Wettkämpfe zuständig. Der dreimalige Olympiasieger aus Deutschland hatte in den vergangenen Jahren neben dem traditionellen Einzelwettbewerb (zwei Sprünge plus 15km Langlauf) eine Vielzahl neuer Wettkampfformen eingeführt.

Vom Massenstart über den Kompakt-Sprint bis zu Wettbewerben mit Hurricane-Start war alles dabei. Den schleichenden Niedergang der Traditionsdisziplin innerhalb der Skiwelt hatte er damit aber eher beschleunigt.

Hettich erfreut über Veränderungen

"Ich finde es gut, dass etwas passiert", sagt Olympiasieger Georg Hettich. Wie seine Kollegen um Weltmeister Ronny Ackermann hofft er, dass die Veränderungen der Sportart größere Anerkennung, bessere TV-Präsenz und irgendwann mehr Preisgelder bringen.

Hofer meint, dass es mindestens zwei Jahre dauert, um mit der Revolution spürbare Ergebnisse zu erreichen. Zum Beispiel wird bei der WM im Februar 2009 in Liberec noch der Massenstart-Wettkampf durchgeführt, weil die Verträge schon unterzeichnet sind. Es wird wohl ein Titel für die Ewigkeit, denn der Wettbewerb mit dem Springen nach dem Laufen (Hofer: "Unsinn") wird das erste und einzige Mal stattfinden.

Am Mittwoch hat Hofer seine Pläne der internationalen Trainerschaft vorgestellt, bei den Sommer-Grand-Prix in Hinterzarten, Oberstdorf (29. Juli) und Einsiedeln/Schweiz (1. August) werden sie getestet.

Im Oktober wird die Kombinierer-Spezialkommission der FIS den Plan für die Zukunft verabschieden. Noch ist zu klären, wie neben dem neuen Einzelwettberb und der Teamentscheidung die dritte Olympiadisziplin aussehen soll. Bundestrainer Andreas Bauer: "Außerdem müssen wir aufpassen, dass wir mit diesem neuen Wettkampftyp nicht einseitig die guten Läufer bevorteilen."

© SID

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