Nordische Kombination
Keine Hektik vor Olympia

Ronny Ackermann konzentriert sich ganz auf die Vorbereitung für die Olympischen Winterspiele in Turin. Obwohl er mit den Sprungleistungen in dieser Saison noch nicht ganz zufrieden ist, gibt Ronny Ackermann sich gelassen. Er weiß, was er leisten kann.

HB RUHPOLDING. Ronny Ackermann hat viel Zeit. Als er nach seinem neuerlichen zweiten Platz beim Sprint-Weltcup in Ruhpolding am Dienstag an Bundestrainer Hermann Weinbuch vorbeistapfte, gab es zwischen beiden nur einen kurzen Blick, ein „alles okay“ und ein Abklatschen. Keine Vorwürfe des Coaches an seinen Musterschüler wegen des verfehlten ersten Sieges, keine kritische Kurzauswertung, keine aufkommende Hektik. Alles, so scheint es, läuft gegenwärtig nach Plan. Und der ist ganz auf die Olympischen Winterspiele ausgerichtet.

„Bis dort, wo ich hin will, ist es noch ein weiter Weg. Das braucht noch viel Zeit und viel Arbeit“, sagte Ronny Ackermann und meinte damit seine Sprungleistungen. Damit hatte er in der Vergangenheit stets den Grundstein für Erfolge gelegt. Doch in diesem Winter fliegt er den anderen noch hinterher. Auch, und das ist derzeit noch das größte Problem, seinem härtesten Konkurrenten Hannu Manninen aus Finnland. In Ruhpolding war der Weltcup-Spitzenreiter Fünfter nach dem Springen. Ackermann hatte als Zehnter 16 Sekunden Rückstand auf Manninen. Eigentlich zu viel, um noch eine Chance auf den Sieg zu haben. Doch der Dermbacher ist im Sommer läuferisch noch stärker geworden.

„Genau das macht ihm und mir Mut“, sagte Weinbuch. „Ronny merkt, dass er kleinere Rückstände auf den einstigen Überläufer Manninen aufholen kann. Das haben wir in dieser Saison nun schon drei Mal erlebt, also ist es kein Zufall.“

In Ruhpolding war Ackermann 34,2 Sekunden schneller über 7,5 Kilometer, profitierte dabei aber von einer ungewohnten Schwächeperiode des Finnen. Dem wollte der Thüringer aber keine große Bedeutung beimessen. „Das kommt vor und kann jeden einmal treffen. Du isst oder trinkst zu wenig oder hast einen schlechten Tag“, sagte der „Sportler des Jahres“.

Nun liegt der Fokus in Ackermanns Training auf das Springen. Eine ähnliche Situation gab es bereits im vergangenen Winter unmittelbar vor den Weltmeisterschaften in Oberstdorf. Da schien nichts zu klappen, Trainer und Athlet wurden nervös. Davon ist jetzt nichts zu spüren. „Wir sind mit der Beseitigung der Fehler früher dran als damals. Seine Technik muss verbessert werden, es liegt nicht am Material. Die Kraft für weite Sprünge hat er“, sagte Weinbuch.

So wird Ackermann in den nächsten Wochen Stück für Stück in Richtung Olympia aufgebaut. Siege verlangt von ihm derzeit niemand. „Wenn es erst in Turin mit dem ersten Saisonerfolg klappt, reicht mir das völlig aus“, meinte Weinbuch.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%