Nordische Kombination Weltcup
Ackermann bei finnischem Doppelsieg abgeschlagen

Ronny Ackermann hat den Weltcup-Auftakt der Nordischen Kombinierer in Kuusamo verpatzt und nur den 13. Rang belegt. Die Finnen Hannu Manninen und Anssi Koivuranta glänzten dagegen mit einem Doppelsieg.

Ronny Ackermann hat zum Weltcup-Auftakt der Nordischen Kombinierer im finnischen Kuusamo einen klassischen Fehlstart hingelegt. Der Doppel-Weltmeister aus Thüringen belegte nach schlechtem Start im Sprunglauf und dem abschließenden 15km-Langlauf mit 4:53,9 Minuten Rückstand hinter dem finnischen Sieger Hannu Manninen den 13. Platz. Der Weltcup-Titelverteidiger aus Finnland gewann das erste Saisonrennen klar vor seinem Landsmann Anssi Koivuranta (2:29,6 Minuten zurück) sowie Petter Tande (Norwegen/2:42,3).

"Die Anderen sind momentan einfach besser"

"Ich brauche noch Zeit, muss noch üben gehen. Die Anderen sind momentan einfach besser" sagte der Kombinierer, nachdem er fast fünf Minuten hinter seinem Erzrivalen und Tagessieger Hannu Manninen den Zielstrich überquert hatte. Vizeweltmeister Björn Kircheisen war als Elfter noch der Beste einer arg enttäuschenden deutschen Mannschaft.

"Für mich kommt es jetzt darauf an, schnell beim Springen Fuß zu fassen. Da bin ich noch das entscheidende Quäntchen neben der perfekten Technik", kommentierte Ronny Ackermann, der zum ersten Mal seit dem 21. November 1998 (31. in Rovaniemi) das erste Saisonrennen nicht auf dem Siegerpodest abschloss: "Aber ich weiß, wo meine Fehler sind. Immerhin ging das Laufen sehr gut. Das war nach dem Springen so nicht zu erwarten."

In der Tat dokumentierte der Boss der deutschen Winterzweikämpfer bei Regen und eigentlich ungeliebtem tiefen Schnee auf der 15-km-Strecke jene Fortschritte, die ihm Bundestrainer Hermann Weinbuch schon nach den Trainingseindrücken der letzten Wochen bescheinigt hatte. Von Rang 27 nach dem Skispringen lief er auf Platz 13 nach vorn. Resultatskosmetik nach einer Vorstellung auf der Schanze, die laut Ackermann "total in die Hose gegangen" war.

Ackermann "fliegt rückwärts"

Das Experiment mit einem neuen Sprungski wurde nach einem 99-Meter-Hüpfer im ersten Durchgang vorzeitig abgebrochen. 107 Meter in Runde zwei mit einem zwei Jahre alten Ski waren nicht viel besser und verursachte eine gewisse Ratlosigkeit bei Ackermann: "Irgendwie bremst es mich. Ich habe ein Gefühl, als ob ich rückwärts fliege."

Weinbuch freilich hatte bereits im Vorfeld wenig Hoffnung auf einen guten Saison-Einstieg seines Teamstars verbreitet und stattdessen auf Ackermanns Gewichts-Probleme ("Er hat ein paar Kilo zuviel Muskelmasse durch das verstärkte Lauftraining aufgebaut") hingewiesen.

Am Ende machte der Coach aber vor allem die mangelhafte Praxis (nur etwa 20 statt üblicherweise 80 Schneesprünge waren aufgrund des zu warmen Wetters in der Weltcup-Vorbereitung möglich) für den schlappen Auftritt seiner Männer verantwortlich: "In den letzten Jahren waren wir immer gleich vorne. Diesmal müssen wir stark aufholen. Aber mir ist nicht bange. Wir haben noch drei Monate Zeit."

Kircheisen zufrieden

Im Gegensatz zu Ackermann, der seine schwächste Platzierung seit dem 11. Januar 2004 (14. beim Weltcup in Seefeld) mit finsterer Miene und dem Prädikat "mittelprächtig" bedachte, haute sich Vizeweltmeister Björn Kircheisen selbst anerkennend auf die Schulter: "Ich war 20. im Springen und habe am Ende als Elfter noch das Beste daraus gemacht. Ich bin zufrieden. Auch wenn ich gerne unter die Top Ten gekommen wäre. Aber ich bin gut dabei und kann in Ruhe in die nächsten Rennen gehen."

Über "die halbe Olympia-Qualifikation" durfte sich Außenseiter Jens Gaiser (Mitteltal-Obertal) freuen, der als Zwölfter genau zwischen den Stars Ackermann und Kircheisen einkam.

© SID

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