Nordische Kombination Weltcup
Haseney kämpft sich in Finnland aufs Treppchen

Sebastian Haseney hat sich beim Weltcup-Auftakt der Kombinierer den dritten Platz gesichert. Durch eine Aufholjagd beim Langlauf kam der Deutsche hinter Jason Lamy Chappuis und Hannu Manninen ins Ziel.

Mit einem guten dritten Platz hat Sebastian Haseney bei seinem Weltcup-Auftakt der Kombinierer überrascht. Nach dem Springen noch auf Rang 14 platziert, eilte Haseney im 15-km-Langlauf noch in die Medaillen-Ränge. Der Läufer hatte im Ziel 24,0 Sekunden Rückstand auf den französischen Sieger Jason Lamy Chappuis, der seine Führung nach dem Springen zu seinem zweiten Weltcup-Sieg nutzte. Platz zwei belegte Gesamtweltcupsieger Hannu Manninen (Finnland) mit 19,5 Sekunden Rückstand.

Olympiasieger Georg Hettich (41.) und der Olympia-Zweite Björn Kircheisen (46.) durften nach einer Blamage im Springen nicht mehr zum Langlauf antreten. Doppel-Weltmeister Ronny Ackermann erreichte indes immerhin Platz neun.

7 000 Euro Prämien für Haseney

"Ich bin überglücklich. Das ist der Lohn für die Quälerei im ganzen Sommer", meinte der mit 7 000 Euro an Prämien belohnte Haseney. Der Mann aus Zella-Mehlis war nach dem neunten Weltcup-Podestplatz seiner Karriere von sich selbst überrascht: "Scheinbar habe ich auf meine alten Tage noch das Springen gelernt. Ich habe mir eine gute Form erarbeitet und das Selbstbewusstsein, sie auch in Zukunft rüberzubringen."

Tatsächlich war der 14. Platz im Springen als bester Deutscher für ihn eine herausragende Leistung. 4:29 Minuten Rückstand auf Sprunglaufsieger Jason Lamy Chappuis nahm er mit in den 15-km-Langlauf, im Ziel hatte der überragende Läufer nur noch 24,0 Sekunden Rückstand auf den Sieger aus Frankreich. Gemeinsam mit dem am Ende zweitplatzierten Gesamtweltcupsieger Hannu Manninen (Finnland) "flog" Haseney durch das Feld und sicherte sich am letzten Anstieg mit einem Antritt gegen den Norweger Magnus Moan den ersten Treppchenplatz seit fast drei Jahren.

"Eine Superleistung von "Hasi", der wahnsinnig viel gearbeitet hat und beim Springen nicht mehr so viel nachdenkt. Auch Ronnys Ergebnis geht in Ordnung, bei den anderen kamen beim Springen Windpech und nicht so perfekte Sprünge zusammen", kommentierte Bundestrainer Hermann Weinbuch die Leistung seines Teams. Hettich und Kircheisen scheiterten an der neuen Regel, nach der nur noch die besten 35 des ersten Durchgangs weiter am Wettkampf teilnehmen können.

Bauer beschuldigt Laine der Manipulation

Der deutsche Sprungtrainer Andreas Bauer beschuldigte den Finnen Jarkko Laine anschließend der Manipulation, weil der die deutschen Springer nur bei schlechten Windbedingungen abgelassen habe: "Der Mann an der Ampel hat versucht, hier nach hinten zu drücken. Björn hat bei so viel Rückenwind keine Chance." Ulrich Wehling, deutscher Kombinierer-Chef beim Internationalen Skiverband (FIS), wies die Vorwürfe empört zurück: "Totaler Unsinn. Der Mann ist zwar Finne, wird aber von der FIS bezahlt."

Hettich übte auch Selbstkritik: "Da war ich selbst schuld. Ich bin nicht entspannt, dann versucht man es mit Gewalt, und dann geht es erst recht schief. Das nervt extrem." Kircheisen, laut Weinbuch ein Anwärter für den Gesamtweltcup-Sieg, war völlig frustriert: "Ich bin extrem enttäuscht. Die neue Regel mit den besten 35 ist gut fürs Fernsehen, aber nicht für mich."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%