Nordische Kombination Weltcup: Kircheisen zur Halbzeit auf Rang sechs

Nordische Kombination Weltcup
Kircheisen zur Halbzeit auf Rang sechs

Björn Kircheisen steht nach dem Lauf des Massenstart-Wettbewerbs der nordischen Kombination auf Platz sechs. Der Weltcup in Klingenthal musste jedoch wegen einer nicht sprungbereiten Schanze vorzeitig abgebrochen werden.

Björn Kircheisen hat im Massenstart-Wettbewerb des Weltcups in der nordischen Kombination in Klingenthal nach dem Lauf Platz sechs inne. Am Ende des 10-km-Langlaufes hatte der Lokalmatador 27,9 Sekunden Rückstand auf Hannu Manninen aus Finnland und verfügt damit ebenso noch über Siegchancen wie Eric Frenzel aus Oberwiesenthal und Weltcup-Spitzenreiter Ronny Ackermann aus Dermbach, die beim Laufen knapp hinter Kircheisen die Ränge sieben und acht belegten.

Um 14.25 Uhr kam jedoch wegen des anhaltend schlechten Wetters das Aus. Da hatten die rund 500 freiwilligen Helfer den Kampf des Weltcup-Neulings Klingenthal gegen das Tauwetter und den warmen Wind verloren. 10 000 Zuschauer zogen pitschnass ab und Finnlands Weltmeister Manninen durfte so als Halbzeit-Sieger übernachten.

Anlaufspur nicht zu reparieren

Weil die Anlaufspur der Großschanze in der Vogtland-Arena nicht mehr zu reparieren war, musste das Springen des Massenstartrennens auf Sonntag (9.30 Uhr) verschoben werden.

"Schade, die Leute haben tolle Arbeit abgeliefert und sind nicht belohnt worden", sagte Ulrich Wehling. Der Weltcup-Koordinator verzichtete mit der Jury auf das Experiment, am Abend unter Flutlicht zu springen. Er wollte die von Tauwetter um zehn Grad über dem Gefrierpunkt beschädigte Anlaufspur "lieber über Nacht liegen lassen und von grundauf neu bauen".

Ob am Sonntag zwei Sprünge des Massenstarts und auch noch der eigentlich geplante Sprint mit einem Sprung und 7,5-km-Langlauf durchgezogen werden können, ist fraglich. Wehling: "Wir erwarten geringfügig besseres Wetter und können nur hoffen."

Bundestrainer Weinbuch mit der Entscheidung zufrieden

Bundestrainer Hermann Weinbuch, der seine Sportler wegen des eigentlich auf 8.30 Uhr angesetzten Probedurchganges bereits vor 6.00 Uhr aus den Betten geholt hatte, war mit der Entscheidung zufrieden. "Es wird von Stunde zu Stunde schwieriger, die Spannung für den Wettkampf aufzubauen. Wir waren fast zehn Stunden hier. Das reicht für heute."

Wegen der butterweich gewordenen Anlaufspur war der Einzelwettbewerb in einen Massenstart umgewandelt worden, der dann um 13 Uhr mit dem Zehn-km-Lauf begann. Manninen siegte vor Magnus Moan (Norwegen) und Bill Demong (USA).

Das deutsche Trio Kircheisen, Frenzel, Ackermann büßte zwar Zeit ein, muss aber beim Springen nur 6, 6,5 sowie sieben Meter Rückstand zum finnischen Weltmeister aufholen. "Das ist unter regulären Bedingungen locker zu schaffen", sagte Weinbuch.

Bauer: "Organisatoren trifft keine Schuld"

"Hut ab vor den Organisatoren. Die trifft absolut keine Schuld", sagte Andreas Bauer. Der für das Springen verantwortliche deutsche Co-Trainer wollte die Schuld am Klingenthaler Chaos nicht bei den Weltcup-Neulingen suchen. "Der warme Wind hat über Nacht von unten den Schnee in der Anlaufspur ausgehöhlt, und die ist dann eingebrochen."

Während das Schmelzwasser in Strömen in den stark anschwellenden Gebirgsbach Zwota floss (der Wetterbericht warnte bereits am Vormittag vor Hochwasser), stampften etwa 50 Helfer um OK-Chef Alexander Ziron die komplette Anlaufspur nieder.

Dann wurden zusätzliche Ladungen aus dem einst 40 000 Kubikmeter starken Kunstschnee-Depot am Schwarzberg an den Anlauf gekarrt, eine neue Spur gefräst und mit Stickstoff vereist. Das soll am Sonntag halten.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%