Nordische Kombination WM: Ackermann holt Gold in der Nordischen Kombination

Nordische Kombination WM
Ackermann holt Gold in der Nordischen Kombination

Bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo hat der Thüringer Ronny Ackermann in der Nordischen Kombination die Goldmedaille gewonnen. Der 29-Jährige verwies Bill Demong (USA) und Anssi Koivuranta (Finnland) auf die Plätze.

Ronny Ackermann ist zum dritten Mal hintereinander nach 2003 und 2005 Einzelweltmeister in der Nordischen Kombination geworden. Der 29-Jährige vom WSV Dermbach verwies in Sapporo nach Sprunglauf von der Normalschanze und 15-km-Langlauf in 38:35,6 Minuten den US-Amerikaner Bill Demong sowie Anssi Koivuranta aus Finnland mit 8,5 sowie 8,7 Sekunden Vorsprung auf die weiteren Medaillenplätze.

Ackermann: "Das ist völlig verrückt"

"Das ist völlig verrückt, davon hätte ich nie geträumt. Das ist ein unglaublich emotionaler Moment für mich", meinte der 29-Jährige, der 8,5 Sekunden Vorsprung vor seinem ärgsten Verfolger Bill Demong (USA) ins Ziel rettete und danach völlig erschöpft in den Schnee im Shirahatyama-Stadion sank. Es war sein erster Sieg seit zwei Jahren - damals hatte bei der WM in Oberstdorf gewonnen.

Die Techniker feierten den vierten WM-Titel des Thüringers mit Kuhglockengeläut, während sich der deutsche Teamchef Thomas Pfüller die Hände rieb. "Der Ronny hat eiskalt seine Chance genutzt. Jetzt haben wir mit acht Medaillen unser Ziel schon übererfüllt", meinte Pfüller. Vor Ackermann hatte bislang in Sapporo nur Langläufer Axel Teichmann Gold geholt. Die 15 000 Euro Siegprämie zahlt Pfüller gern - die hatte sich Deutschlands Sportler des Jahres 2005 mit einer taktischen Meisterleistung im 15-km-Langlauf auch redlich verdient.

Mit "den besten Sprüngen der ganzen Saison" war Ackermann auf der Miyanmori-Normalschanze auf Platz fünf gesegelt. Er witterte seine "Chance auf eine Medaille", nahm im Bus noch eine Mütze Schlaf und begab sich mit 34 Sekunden Rückstand auf Sprunglaufsieger Jason Lamy-Chappuis (Frankreich) in die Loipe.

Nach vier Kilometern auf der extrem schweren und weichen Strecke lag er schon auf einem Podestplatz, nach gut neun Kilometern hatte er den finnischen Spitzenreiter Anssi Koivuiranta eingeholt. Als Demong bis auf 15 Sekunden herangekommen war, startete Ackermann bei Kilometer zwölf die entscheidende Attacke und hängte Bronzegewinner Koivuranta ab.

"Ich habe zum Schluss meine Beine nicht mehr gespürt"

"Die Attacke war war fast ein bisschen zu früh, ich habe zum Schluss meine Beine nicht mehr gespürt. Wenn es noch 500 Meter weiter gegangen wäre, wäre ich zusammengebrochen", meinte Ackermann. Im Ziel gratulierte ihm der trotz bester Laufzeit diesmal nur sechstplatzierte Doppel-Weltmeister Hannu Manninen (Finnland), während dem in Sapporo schon mit Silber und Bronze belohnten Björn Kircheisen die Enttäuschung nach Rang sieben deutlich anzumerken war. Sebastian Haseney komplettierte den starken deutschen Auftritt auf Platz neun.

"Einer von unseren drei Topleuten ist durchgekommen, so war die Taktik. Kirche hätte heute auch Weltmeister werden könne, aber er hatte auf der Schanze Pech mit dem Wind. Ronny ist halt einmalig, ein echter Siegertyp", kommentierte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Mit einem kompletten Medaillensatz wiederholten die deutschen Kombinierer das Traumresultat der Winterspiele im Vorjahr, obwohl Olympiasieger Georg Hettich bei seinem einzigen Einsatz nur auf Platz 29 landete.

"Ich werde mich heute Abend betrinken"

Ronny Ackermann dachte nach seinem Triumph vor allem an seinen schweren Weg zurück nach ganz oben. "Die letzten zwei Jahre waren verdammt schwer, ich musste bei null anfangen. Ich habe meine Skifirma gewechselt, den Sprungstil verändert. Jetzt habe ich hier etwas geschafft, was ich mir selbst nicht zugetraut habe", sagte er und fügte genüsslich hinzu: "Ich werde mich heute Abend betrinken."

© SID

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