Nordische Kombination WM: Kircheisen muss sich mit Bronze begnügen

Nordische Kombination WM
Kircheisen muss sich mit Bronze begnügen

Bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo hat Björn Kircheisen die Goldmedaille verpasst. Im Sprint-Wettbewerb der Nordischen Kombinierer verspielte Kircheisen seine Führung und holte Bronze. Hannu Manninen gewann das Rennen.

Bronze für Björn Kircheisen: Bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo landete der Deutsche im Sprint der Kombinierer auf dem dritten Platz. Der 23-Jährige aus Johanngeorgenstadt hatte nach einem Sprung von der Großschanze und dem 7,5-km-Langlauf 29,5 Sekunden Rückstand auf den neuen Weltmeister Hannu Manninen aus Finnland. Silber gewann der Norweger Magnus Moan. Nach dem Springen hatte Kircheisen noch mit 49 Sekunden Vorsprung auf Manninen in Führung gelegen. Für den Deutschen Skiverband (DSV) ist es die zweite Medaille bei den Titelkämpfen in Japan.

"Natürlich wollte ich unbedingt Gold, aber es hat nicht sollen sein. Ich war im ersten Augenblick enttäuscht, aber im Endeffekt bin ich über die Medaille glücklich", meinte Kircheisen. Die rechte Freude war dem Sachsen trotz 5 000 Euro Prämie allerdings nicht anzusehen, denn nach dem Springen schien die erste Goldmedaille seiner Karriere nach insgesamt fünfmal Silber bei WM und Olympia greifbar nah.

"Ich war am Anschlag"

Nachdem zuvor beim Springen der Japaner Daito Takahashi nach einem spektakulären Überschlag in der Luft mit einem Schulterbruch ins Krankenhaus eingeliefert worden war, jubelte der 23 Jahre alte Kircheisen nach der überragenden Bestweite von 134 Metern wie entfesselt. Der Spaß verging ihm jedoch auf dem 7,5km langen und wegen des tiefen Schnees extrem schweren Langlaufkurs bei der WM-Premiere der Kombinierer in der Halle jedoch schnell.

"Es war beeindruckend wie Manninen und Moan ohne Kompromisse losgerast sind. Sie waren sich einig, das hat bei dem starken Gegenwind die entscheidenden Sekunden gegen Björn gebracht. Trotzdem haben wir Bronze gewonnen, nicht Gold verloren", meinte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Bei Halbzeit des Rennens schien mit 30 Sekunden Distanz auf Manninen der große Triumph noch möglich, doch dann brach der sonst starke Läufer Kircheisen völlig ein ("Ich war am Anschlag.") und rettete sich mit stolzen 29,4 Sekunden Rückstand auf Manninen gerade noch ins bronzene Ziel.

Zum Abschluss soll Gold her

Der aus dem Team geworfene Olympiasieger Georg Hettich war auf der Tribüne genauso traurig wie Kircheisens extra nach Japan eingeflogene Eltern. "Wir haben gehofft, dass er durchkommt. Aber der D-Zug mit Manninen war einfach zu schnell", meinte Vater Steffen. Allerdings gaben die Plätze acht für Titelverteidiger Ackermann und elf für Tino Edelmann - die Nachwuchshoffnung Eric Frenzel wurde beim Springen wegen 600 Gramm zu wenig Körpergewicht für seine Skilänge disqualifiziert - Hoffnung auf ein goldenes Happy End beim Teamwettbewerb am Sonntag. Kircheisen: "Da will endlich mal eine andere Farbe als Silber."

Die von Kircheisen ersehnte Goldmedaille nahm der 28 Jahre alte Hannu Manninen nach zahllosen erfolglosen Anläufen bei WM und Olympia strahlend im Empfang. "Ich habe im Ziel geweint, weil endlich mein Traum in Erfüllung gegangen ist. Alle haben mich schon als Verlierer bezeichnet, deshalb bin ich unglaublich erleichtert",meinte der Finne. Der nach Platz neun beim Springen wie vom anderen Stern laufende Manninen bekannte übrigens, dass er vor dem Langlauf nur Platz zwei hinter Kircheisen für möglich gehalten hatte.

© SID

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