Nordische Kombination WM
Silber für deutsche Kombinierer in Sapporo

Das Quartett Sebastian Haseney, Tino Edelmann, Ronny Ackermann und Björn Kircheisen hat bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo die Silbermedaille im Teamwettbewerb gewonnen. Neuer Weltmeister ist die Mannschaft Finnlands.

Bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo haben die deutschen Kombinierer die Silbermedaille im Teamrennen gewonnen. Die Zella-Mehliser Sebastian Haseney und Tino Edelmann, der dreimalige Weltmeister Ronny Ackermann aus Dermbach und der Sprint-Dritte Björn Kircheisen aus Johanngeorgenstadt mussten sich nach Großschanzen-Springen und 4x5-km-Staffel nur dem neuen Champion Finnland um 28,4 Sekunden beugen. Dritter wurde Norwegen im Zielspurt vor Olympiasieger Österreich.

Die Entscheidung fiel auf den letzten zwei Kilometern des Laufes. Kircheisen konnte Sprint-Weltmeister Hannu Manninen nicht mehr folgen, und Finnland gewann zum ersten Mal seit acht Jahren wieder ein WM-Staffelrennen. Das deutsche Quartett wurde wie bei den Olympischen Spielen 2002 und 2006 sowie den Weltmeisterschaften 2003 und 2005 Zweiter und wartet seit nunmehr 20 Jahren (zuletzt Sieger 1987 in Oberstdorf) auf einen WM-Teamtitel. Für den Deutschen Skiverband DSV war es bereits die fünfte Medaille bei der WM in Japan.

"Hannu ist eine Maschine"

"Der zweite Platz bei einer WM ist doch super. Der Hannu ist halt eine Maschine, da kann man nichts machen", meinte Schlussläufer Björn Kircheisen in Sapporo mit einem Schulterzucken. Beim letzten Anstieg gut einen Kilometer vor dem Langlauf-Ziel beendete Dominator Manninen mit einem energischen Antritt das dramatische Gold-Duell zwischen Finnland und Deutschland. Kircheisen konnte nicht mehr folgen, lief mit 28,4 Sekunden Rückstand auf den Doppel-Weltmeister ins Ziel und wurde von seinen Kollegen Ackermann, Edelmann und Haseney trotzdem stürmisch umarmt. Auch der erneut zum Zuschauen verbannte Olympiasieger Georg Hettich kam nach dem fünften deutschen Team-Silber in Folge bei Großereignissen extra zum Gratulieren.

Zwei Tage zuvor war Kircheisen im Sprintwettbewerb auf dem Weg zum Titel 900 Meter vor dem Ziel von Manninen abgefangen worden und hatte sich mit Bronze trösten müssen. Bundestrainer Hermann Weinbuch war trotz des zum zweiten Mal gescheiterten Gold-Angriffs zufrieden: "Björn hat das mit Bravour gelöst und uns die Medaille gesichert. Silber war das Optimum. Mit zwei Podestplätzen haben wir die Pflicht erfüllt, ich bin stolz auf die Truppe. Wir werden schon Gold holen, wenn es Gott einmal will. Die Hoffnung stirbt zuletzt."

Diesmal wurde der erste WM-Teamtitel seit 20 Jahren schon auf der Schanze vergeben - trotz einer starken Leistung des ansonsten schwachen Springers Haseney und der überragenden Bestweite von 142 Metern für Kircheisen. Mit 49 Sekunden Rückstand auf Finnland startete das deutsche Quartett als Dritter eine spektakuläre Verfolgungsjagd. Startläufer Haseney lief am späteren Bronzegewinner Norwegen auf Platz zwei vor und nach mehr der Hälfte der 20-km-Strecke hatte Team-Neuling Edelmann die Führung übernommen: "Aber dann bin ich einfach nicht vom Finnen Tallus weggekommen."

Rücktrittsgerüchte um Manninen

So bekam Kircheisen eine unlösbare Aufgabe und darf sich im zarten Alter von 23 Jahren seine insgesamt sechste Silbermedaille bei WM und Olympia in die Vitrine hängen. "Ich habe zwar vorher gesagt, dass ich auf keinen Fall Silber will, aber das ist doch besser, als wenn man wie Topfavorit Österreich Vierter wird", meinte Kircheisen. Der dreimalige Weltmeister Ackermann war mit der Deutschland-Fahne auf dem Podest überglücklich: "So eine Medaille im Team ist etwas ganz Besonderes. Zumal uns Hermann Weinbuch eingeladen hat - das hat er doch noch nie gemacht."

Vielleicht, weil der Bundestrainer mit Blick auf die kommenden Jahre eine ganz besondere Nachricht in petto hatte: "Mich freut es, dass der Hannu Manninen zum Schluss seinen Fluch gelöst und endlich Gold geholt hat. Man munkelt nämlich, dass er nach der Saison aufhört." Dann wäre der Weg zu Gold für die Deutschen wesentlich einfacher.

© SID

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