Nordische Kombination WM
Sturm und Schnee verhindern WM-Entscheidung

Dem deutschen Traumstart folgte der Schneesturm: Bei der Ski-WM fällt die Entscheidung in der Nordischen Kombination erst am Freitag. Hoffnungen hat besonders Tino Edelmann.

Ein Schneesturm über Liberec hat den Sprung der deutschen Kombinierer auf das Podest der nordischen Ski-WM vorerst verhindert. Nach 24 Springern musste der erste Durchgang der Premiere des Massenstartwettkampfs wegen zu starken Windes abgebrochen werden. Ein zweiter Versuch soll trotz schlechter Wetterprognosen am Freitag um 16 Uhr gestartet werden.

Nach dem Langlauf liegt Tino Edelmann überraschend auf Platz zwei, auch Eric Frenzel (8.), der viermalige Weltmeister Ronny Ackermann (16.) und Björn Kircheisen (17.) haben noch Chancen auf die 40. deutsche Goldmedaille der WM-Geschichte.

Weinbuch: "Das ist eine große Nervenbelastung"

"Der Abbruch war richtig. Das war nicht mehr würdig, WM-Medaillen zu vergeben", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch mit Blick auf die Bedingungen, die von leichtem Wind bis starkem Rückenwind aus allen Richtungen differierten. "Jetzt müssen wir eine Nacht über diese hervorragende Ausgangsposition schlafen. Das ist eine große Nervenbelastung."

Weinbuch hofft auf die Fortsetzung der Erfolgsserie der deutschen Kombinierer, die in den letzten zehn WM-Wettbewerben jeweils Medaillen gewonnen hatten. Zuletzt hatte es am 15. Februar 2001 kein deutsches Edelmetall in einem WM-Einzelwettkampf gegeben, als Marko Baacke Achter in Lahti wurde.

Alle deutschen Starter mit Chancen

Im 10-km-Langlauf hatte das deutsche Quartett im dichten Schneetreiben zuvor eine der stärksten Vorstellungen des Winters abgeliefert. "Dass alle so gut sind, hätte ich nicht in meinen kühnsten Träumen erwartet. Besonders über die Leistung von Ronny freue ich mich nach seiner Erkrankung", sagte Weinbuch. Keiner seiner vier Starter nimmt mehr als zwei Meter Rückstand in den zweiten Versuch eines Springens am Freitag: "Jetzt ist eine große Last weg. Das gibt der Mannschaft Auftrieb. Jetzt muss nur noch einer durchkommen."

Edelmann war mit nur 4,6 Sekunden Rückstand - umgerechnet ein Meter auf der Schanze - auf Sieger Todd Lodwick (USA) ins Ziel gekommen und strahlte: "Die war die beste Laufleistung meiner Karriere." Ackermann freute sich über sein starkes Comeback nach einer Viruserkrankung: "Ich habe mich gut gefühlt, sehr stark am Berg. Hier können 25 gewinnen und am Ende entscheidet nur der Wind."

Laubsauger arbeiten auf Hochtouren

Der Probedurchgang auf der Schanze war trotz widriger Bedingungen noch über die Bühne gegangen, doch dann ging einfach nichts mehr. Mit Laubsaugern pusteten die fleißigen Helfer im Dauerschneefall immer wieder die Anlaufspur frei, doch die Sicherheit war wegen des böigen Windes nicht mehr gewährleistet.

Nun soll am Freitag der erste Kombinierer-Weltmeister in der Disziplin, in der zuerst das Laufen und dann erst das Springen auf dem Programm steht, ermittelt werden. Die Zeit drängt: Am Sonntag soll bereits der WM-Einzelwettbewerb der Kombinierer über die Bühne gehen. Dort ist Ackermann Titelverteidiger.

© SID

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