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Nowitzki sorgt sich um Mentor Geschwinder

Superstar Dirk Nowitzki ist zurzeit auf Mallorca und dreht einen Werbespot für einen DBB-Sponsor. Mit seinen Gedanken ist der 27-Jährige jedoch bei seinem inhaftierten Trainer und Freund Holger Geschwinder.

Von Entspannung kann bei Dirk Nowitzki momentan wirklich nicht die Rede sein. Der Superstar weilt zurzeit auf der Sonneninsel Mallorca, dem EM-Trainingslager der Nationalmannschaft, und produziert einen neuen Werbespot für einen Sponsor des Deutschen Basketball Bundes (DBB). Zwar kann sich der Superstar in den Pausen dem geliebten Basketball widmen - die Ungewissheit um die Zukunft seines weiterhin wegen angeblicher Steuerhinterziehung inhaftierten Trainers und Freundes Holger Geschwinder lassen den 27-Jährigen jedoch schwer abschalten.

"Es ist alles bitter, weil noch kein Ende in Sicht ist", sagte der NBA-Allstar, dessen Kontakt zu seinem Entdecker und Förderer seit dem 19. Juli abgerissen ist. "Die letzten drei Wochen waren schwer für alle, für mich und meine Familie, denn Holger ist sehr wichtig für mich. Ich bin jetzt mit Holger schon zehn Jahre zusammen, und ich kenne ja auch viele Übungen, aber es ist nicht dasselbe, weil Holger nicht da ist." Ungeachtet der Bemühungen um eine Genehmigung für ein Training mit Geschwinder in der JVA Hof, gibt sich der 62-malige Nationalspieler kämpferisch. Er plane, bei der EM mitzuspielen, "aber bis dahin kann noch eine Menge passieren".

Nowitzki-Einsatz für den Supercup geplant

Diese Formulierung, die anscheindend noch ein Hintertürchen offen lässt, korrigiert DBB-Sportdirektor Wolfgang Brenscheidt und erstickt jegliche Spekulationen im Keim. "Er trainiert hier jede freie Minute, er will bei der EM natürlich unbedingt dabei sein", ergänzte Brenscheidt mit Blick auf die Titelkämpfe in Serbien und Montenegro (16. bis 25. September). Nowitzkis erster Einsatz ist für den Supercup (26. bis 28. August) in Braunschweig geplant. Bis dahin bringt sich der NBA-Star als Einzelkämpfer in Deutschland und auf Mallorca bis zum Ende der Dreharbeiten am Freitag in Form.

Denn die Vereinbarung mit der Versicherung untersagt jegliche Trainingseinheiten mit den Nationalmannschaftskollegen. Die Laufzeit des Vertrages beträgt vier Wochen und kostete den DBB eine Prämie von 200 000 Dollar. Brenscheidt: "Die Formalitäten sind erledigt. Wir warten eigentlich nur noch auf das übliche Okay von den Mavericks." Deren milliardenschwerer Besitzer Marc Cuban war den deutschen Funktionären und seinem Lieblingsspieler bislang immer gut gesonnen.

Im Kreis des Nationalteams und bei der EM will Nowitzki "auf andere Gedanken kommen". Abgesehen vom Rummel um das Thema Geschwinder sitzt der Stachel des frühen Aus im Playoff-Viertelfinale der NBA mit den "Mavs" gegen die Phoenix Suns noch immer tief. "Weil wir die bessere Mannschaft waren. Deshalb freue ich mich auf die EM und auch auf die nächste NBA-Saison, damit wir schnell alles wettmachen können." Doch die Vorbereitung für beide Ziele läuft erstmals ohne Geschwinder - Nowitzki ist weiter als Einzelkämpfer gefordert.

© SID

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