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Nun auch Marks der Manipulation bezichtigt

40 Tage nach Bekanntwerden des Wettskandals um Robert Hoyzer hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Dominik Marks als zweiten Schiedsrichter der Manipulation bezichtigt.

dpa FRANKFURT/MAIN. 40 Tage nach Bekanntwerden des Wettskandals um Robert Hoyzer hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Dominik Marks als zweiten Schiedsrichter der Manipulation bezichtigt.

Der 29-Jährige beteuert zwar weiter seine Unschuld. Es bestehe aber kein Zweifel daran, dass Marks zusammen mit Hoyzer und Wettbüro-Kunden eine Verabredung zur Manipulation der nun annullierten Regionalligapartie zwischen den Amateuren von Hertha BSC und Arminia Bielefeld (2:1) getroffen habe, stellte der Sportgerichtsvorsitzende Rainer Koch in seiner Urteilsbegründung fest. Marks, gegen den weiter strafrechtlich ermittelt wird, machte von seinem Recht zur Aussageverweigerung Gebrauch und blieb der Verhandlung in Frankfurt/Main fern.

Der von Hoyzer ebenfalls beschuldigte Jürgen Jansen wurde unterdessen als Referee der Partie 1. FC Kaiserslautern - SC Freiburg (3:0) entlastet. "Wir müssen jetzt die Einsprüche verhandeln, nach dem aktuellen Ermittlungsstand. Gibt es neue Erkenntnisse, müssen wir neu überlegen", meinte Koch, während die enttäuschten Freiburger die frühe Ansetzung der Verhandlung monierten. "Es besteht nun die Gefahr, dass das Sportgericht und die Staatsanwaltschaft zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen", sagte SC-Anwalt Peter Quart. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Jansen sind noch nicht abgeschlossen, zudem haben sich die in Untersuchungshaft befindlichen kroatischen Brüder, mit denen Hoyzer die Wettgeschäfte abgewickelt hatte, noch nicht geäußert.

Unterdessen geht es für die vor einer Woche verhandelte Regionalliga-Partie zwischen dem FC St. Pauli und dem VfL Osnabrück (2:3/14. August 2004) in die nächste juristische Runde. Die Hanseaten reichten fristgerecht Berufung vor dem DFB-Bundesgericht gegen das Urteil des Sportgerichts ein, das am 25. Februar den Einspruch des Kiez-Clubs gegen die von Hoyzer gepfiffene Partie aus Mangel an Beweisen zurückgewiesen hatte. St. Pauli ist damit der zweite Verein, der den Gang vor die nächsthöhere Instanz unternimmt. Zuvor hatte dies Zweitligist LR Ahlen getan, nachdem dessen 1:0 gegen Wacker Burghausen vom Sportgericht annulliert worden war.

Für Unmut sorgte auch die angeordnete Spielwiederholung bei Hertha BSC. "Es ist wirklich strittig. Obwohl es kein Geständnis gab und die Manipulation nicht erwiesen ist, wird das Spiel wiederholt", meinte Hertha-Manager Dieter Hoeneß. Das Sportgericht hatte sein Urteil hauptsächlich auf Hoyzers detaillierte Aussagen gestützt. Auf einen Einspruch wolle der Verein höchstwahrscheinlich verzichten.

Zumindest nähert sich aber das DFB-Sportgericht in der Abarbeitung der Einsprüche dem Ende. Von anfänglich 16 Protesten wurden fünf bereits verhandelt, fünf - allesamt aus der zweiten Liga - stehen noch aus. Die übrigen sechs Einsprüche wurden zurückgezogen. Als nächsten Termin nannte Koch den 10. März, sagte aber nicht, welche Einsprüche dann verhandelt werden.

Die übrigen Verhandlungen sind teilweise brisant. Mit der Zweitliga-Partie Dynamo Dresden - Spvgg. Unterhaching (1:0/21. November 2004) muss über ein zweites von Jansen gepfiffenes Spiel entschieden werden. Bislang liegen keine Erkenntnisse für einen Betrug durch den Essener Referee vor. Im Gegensatz zum ebenfalls noch offenen Einspruch des Karlsruher SC gegen die von Marks gepfiffene 0:3-Heimniederlage am 3. Dezember 2004. Laut Hoyzers Aussagen soll der seit drei Wochen vorgesperrte Marks für diese Partie 30 000 Euro bekommen haben. Hinzu kommt die von Hoyzer geleitete 0:1-Niederlage der Spvgg Greuther Fürth in Duisburg (24. September), die Marks- Partie 1. FC Köln - Dynamo Dresden (3:2 am 26. September 2004) und das von Manuel Gräfe (Berlin) geleitete Match Rot-Weiß Essen - 1. FC Köln (2:2 am 22. Oktober 2004).

Bis zum Ende dieses Monats will der DFB-Kontrollausschuss nach Auswertung seiner bislang 58 Vernehmungen seit Bekanntwerden des Wettskandals am 22. Januar die entsprechenden Anträge an das Sportgericht weiterleiten. Zudem stellte das Gremium die Einstellung der Ermittlungen gegen 19 Spieler und einen Mannschaftsbetreuer des SC Paderborn in Aussicht, unter denen Kapitän Thijs Waterink 10 000 Euro verteilt hatte. Das Geld hatte er vor dem Pokalspiel gegen den Hamburger SV von einem Unbekannten bekommen. Die Spieler sollen das Doppelte und der Mannschaftsbetreuer das Vierfache des pro Kopf verteilten Betrages (500 Euro) als Spende an wohltätige Organisationen an den DFB weiterleiten. Dem Gnadengesuch des nach einem Platzverweis in derselben Partie für drei DFB-Pokalspiele gesperrten HSV-Profis Emile Mpenza wurde von Seiten des DFB stattgegeben.

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