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Nusch kritisiert Bundestrainer Pfannkoch

Das ATP-Turnier auf dem Stuttgarter Weissenhof war dank der spannenden Spiele und einem neuen Zuschauerrekord ein voller Erfolg. Turnierdirektor Bernd Nusch war am Ende dennoch mächtig angefressen.

Obwohl das ATP-Turnier auf dem Stuttgarter Weissenhof mit einem neuen Zuschauerrekord sowie hervorragendem Sandplatztennis als voller Erfolg gewertet wurde, war Turnierdirektor Bernd Nusch nicht rundum zufrieden: "Es ist unglaublich, dass Bundestrainer Peter Pfannkoch hier bei dieser Ansammlung von hoffnungsvollen Talenten während des Turniers nur einmal kurz vorbeigeschaut und über den Zaun geguckt hat. Mit mir hat er jedenfalls überhaupt nicht gesprochen. So kann es nicht funktionieren", sagte Nusch dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Nusch erwartet von Pfannkoch gleiches Engagement

Grundsätzlich will Nusch, der seit 33 Jahren das Turnier im "Ländle" organisiert, kein Urteil über die Nachwuchsarbeit im Deutschen Tennis Bund (DTB) fällen. Doch der Stuttgarter Turnierdirektor erwartet zumindest von Pfannkoch das gleiche Engagement, wie es Patrik Kühnen als Daviscup-Teamchef seit seiner Amtsübernahme an den Tag legt. "Der Mann ist super. Er hat die Szene voll im Griff und kümmert sich um die Jungs. Das, was man in die Jungs investiert, bekommt man auch zurück", meinte Nusch.

Vor allem Lokalmatador Andreas Beck, der nach seinem Sieg gegen den Italiener Alessio di Mauro erst in der zweiten Runde nach gutem Spiel am letztjährigen French-Open-Sieger Gaston Gaudio gescheitert war und auch im Doppel starke Spiele ablieferte, hält Nusch für fördernswert.

Kritik an der Einstellung der deutschen Nachwuchs-Profis will Nusch nicht gelten lassen: "Andi hat gekämpft und gebissen. Es ist viel zu einfach, den Jungs vorzuwerfen, dass sie es sich zu leicht machen. Das Talent ist da, es kommt nur darauf an, was man daraus macht."

Keine Masters-Ambitionen

Vollends zufrieden zeigte sich Nusch dagegen mit dem Niveau des Turniers, auch wenn kein deutscher Spieler über das Achtelfinale hinauskam. "Unser fachkundiges Publikum hat tolles Tennis gesehen und sich das Traumfinale Nadal gegen Gaudio redlich verdient. Nadal plus ein deutscher Spieler mit Charisma - das wäre für unsere Zuschauer in Zukunft ideal", meinte Nusch, der das Stuttgarter Turnier zu den "drei, vier wichtigstens Sandplatz-Veranstaltungen" auf der ATP-Tour zählt. Doch Masters-Ambitionen hat er keine: "Das ist nicht geplant."

Insgesamt 52 000 Zuschauer im Verlauf der Turnierwoche bedeuten im Vergleich zum vergangenen Jahr einen Zuwachs von rund 20 Prozent. Im Blickpunkt stand Teenie-Schwarm Rafael Nadal. "Ich denke, er war der Grund, dass das Turnier in diesem Jahr so extrem gut angenommen wurde", sagte Nusch, der 2006 einen noch größeren Coup plant. Dann will er Roger Federer, den derzeit besten Tennisspieler der Welt, nach Stuttgart locken: "Ich habe in Paris mit ihm gesprochen und Hoffnung, dass er nächstes Jahr zu uns kommt."

© SID

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