OB Ude im Interview
„München liegt für 2018 sehr, sehr gut im Rennen“

Der Münchner Oberbürgermeister ist seit Anbeginn ein leidenschaftlicher Verfechter von Olympischen Winterspielen in der bayerischen Landeshauptstadt sowie seinen Partnern Garmisch-Partenkirchen und Königssee. Einen Tag vor der Mitgliederversammlung des DOSB erläutert er im Interview seinen Eindruck von der Bewerbung für Olympia 2018, bei der München mit Pyeongchang in Südkorea und Annecy in Frankreich konkurriert.

Frage: Herr Ude, wie ist aus ihrer Sicht die letzte Präsentation von "München 2018" in Belgrad gelaufen, wie schätzen sie insgesamt die Position der Bewerbung ein?

Christian Ude: Mein Eindruck ist ausgesprochen positiv. Einige IOC-Mitglieder, die dort anwesend waren, aber auch eine Vielzahl von Noks haben gesagt, dass die Münchener Präsentation sehr überzeugend ist. Erfreulicherweise trifft das auf alle Punkte zu. Ich glaube, die Sportbegeisterung der Münchner und der deutschen Bevölkerung könnte ein ganz wichtiges Argument sein.

München hat weltweit einen ganz anderen Ruf als die Mitbewerber Pyeongchang oder Annecy. Ist alleine das schon ein gewinnbringendes Element der Bewerbung?

Wenn wir eine bedeutende Bank- oder Industriestadt wären, hätte es auch bei größtem Bekanntheitsgrad nicht die positive Wirkung, die es hat. München wird mir immer wieder geschildert im Zusammenhang mit der Erinnerung an die Olympischen Spiele 1972, wo man eine sehr gastfreundliche, kulturell reiche und sportbegeisterte Stadt erlebt hat. München wird in Verbindung gebracht mit den Fußball-Weltmeisterschaften 1974 und 2006. Und es genießt den Ruf: Großveranstaltungen können die einfach, die Bayern. Auch die Sicherheitslage ist hervorragend. Das sind sehr, sehr positive Eindrücke, zu denen dann noch der Ruf des Oktoberfestes und der Münchner Gastlichkeit kommt. Es gibt eigentlich niemanden, der nicht positive Emotionen im Zusammenhang mit München hätte. Mir ist jedenfalls keiner begegnet.

Hat München als Stadt nicht einfach auch mehr zu bieten als seine Mitbewerber?

Wir hoffen darauf und bauen darauf, dass zumindest in einem Seelenwinkel ein IOC-Mitglied auch darüber nachdenkt, in welcher Stadt will ich sein während der Konferenz und der Olympischen und Paralympischen Spiele im Anschluss daran. Bei allen diesen Fragen liegt München, wenn ich das in aller Bescheidenheit sagen darf, sehr, sehr gut im Rennen.

Was würden Olympische Spiele München bringen?

Sehr viel, aber nicht so viel wie 1972 die Sommerspiele. Diese ehrliche Relation muss man herstellen. Damals war es eine Sensation, dass überhaupt eine deutsche Stadt von der Völkerfamilie wieder als Austragungsort berücksichtigt wurde. Das war ja nach dem Zweiten Weltkrieg nicht selbstverständlich. Das war der Durchbruch der verschlafenen Residenzstadt München in den Olymp der Olympiastädte. Diese Dimension hätte es mit Winterspielen nicht mehr. Aber trotzdem würde es für die Stadt sehr viel Positives bringen.

Was bedeutet das konkret?

Zunächst einmal hätten wir wieder ein Zukunftsprojekt, auf das man alle Kräfte der Stadt und des Umlands acht Jahre lang bündeln kann. Dann Verbesserungen der Infrastruktur, auf die wir seit Jahrzehnten warten, was die Straßen und die Bahnverbindungen zwischen München und den Alpen angeht. Dann das Wichtigste: Wir bekämen durch die Athleten- und Mediendörfer praktisch am Tag nach den Paralympischen Spielen 1 300 Einheiten für den Münchner Wohnungsmarkt, und das nicht irgendwo am Stadtrand, sondern südlich des Olympiaparks, also in allerbester und besterschlossener Lage. Wir bekämen eine Mustersiedlung für ökologische Bauweise, für Energieeffizienz. Und der Olympiapark, der schon heute ein weltweit herausragendes Beispiel für olympisches Erbe, für nacholympische Nutzung ist, würde aktualisiert. Also auch das wäre wieder ein großer ökologischer Fortschritt, und es würde sich weltweit festsetzen, dass München nicht nur eine Kulturstadt, eine Oktoberfeststadt, eine historische reizvolle Stadt und eine Fußballhochburg ist, sondern auch eine Wintersportstadt, was den wenigsten Leuten bei allem Ruhm bisher geläufig ist.

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