Olympia 2016
Chicago: Viel Wind, wenig Kohle - aber Obama

Chicago hofft auf Barack Obamas Redetalent: Als erster US-Präsident spricht er beim Internationalen Olympischen Komitee vor, um einer amerikanischen Bewerberstadt den Zuschlag zu sichern. Dabei geht er allerdings ein politisches Risiko ein.

NEW YORK. Eine Niederlage Chicagos würde auch seinem Prestige schaden. Und Experten schätzen die Chancen, dass die lange als Favorit gehandelte Stadt die Sommerspiele 2016 nicht bekommen könnte, als relativ hoch ein.

Doch Obama will sich nicht vorhalten lassen, nicht alles versucht zu haben - trotz innenpolitischer Baustellen. Seit Wochen kämpft er um Reformen im Gesundheits- und Finanzwesen - und weniger um die sportlichen Ambitionen Chicagos. Mit ihren "legendären Sportlern, Sportstätten und Sportfans" gebe es zwar keine andere Stadt, die für Olympia 2016 besser geeignet wäre, ließ Obama ausrichten. Doch die Lobeshymnen aus der Feder von PR-Agenturen hätten seinen Live-Auftritt nicht ersetzen können.

Olympia ist nicht erst seit Peking 2008 mindestens so viel Politik und Big Business wie Sport. Solide Finanzen, schicke Sportstätten und schöne Fernsehbilder sind das eine, gute Beziehungen zu den Herren des IOC das andere: Das Verhältnis zwischen dem Olympischen US-Komitee und der IOC-Zentrale gilt seit Jahren als unterkühlt. Obama will die Beziehungen verbessern - auch mit Hilfe seiner Frau Michelle. Sie wuchs im Süden Chicagos auf, dort, wo die Olympia-Sportstätten entstehen sollen.

Kosten von 4,8 Mrd. Dollar hat Bürgermeister Richard Daley dafür budgetiert - eine Summe, die bei rasant steigenden Staatsschulden viele Amerikaner verschreckt. Zwar verspricht das Bewerbungskomitee, dass die Sommerspiele zum Konjunkturmotor für Chicago würden und die ganze Nation vom Boom profitieren könne. Doch ein IOC-Bericht bezeichnete Anfang September den geplanten Etat als "ambitioniert".

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