Olympia-Bewerbung für 2018: DSV will die Winterspiele nach Deutschland holen

Olympia-Bewerbung für 2018
DSV will die Winterspiele nach Deutschland holen

Mit Bewerbungen für die Olympischen Sommerspiele sind die Deutschen in der jüngsten Vergangenheit zwei Mal gescheitert. Nun hat der Deutsche Skiverband angeregt, es doch einmal über die Winterspiele zu versuchen. Das NOK zeigte sich von diesem Vorstoß jedoch nicht sonderlich begeistert.

HB TURIN. Der Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), Alfons Hörmann, hat sich für eine deutsche Bewerbung mit München um die Olympischen Winterspiele 2018 ausgesprochen und ist dafür erst einmal von höchster Stelle zurückgepfiffen worden. "Ich habe für die Emotionen von Herrn Hörmann sehr viel Verständnis nach 18 Medaillen für den Deutschen Ski-Verband", sagte Klaus Steinbach, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), am Samstag in Turin. "Aber wir haben eine Präsidialkommission eingerichtet, die sich mit möglichen Olympia-Bewerbeungen beschäftigt."

Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wollte von weiteren Diskussionen nichts wissen. "Die Bundesregierung wird sich mit einer solchen Frage beschäftigen, wenn der Sport mit einem geschlossenen Votum auf uns zukommt", sagte der CDU-Politiker bei seinem Olympia- Besuch.

Außerdem, so Steinbach, gebe es auch die Möglichkeit, dass sich Deutschland für Sommerspiele bewerbe. "Das Internationale Olympische Komitee steht einer Bewerbung von Olympischen Spielen in Deutschland sehr offen gegenüber", sagte der NOK-Präsident. "Aber so etwas muss nach zwei gescheiterten Bewerbungen sehr, sehr gut vorbereitet sein und auf breiten Schultern getragen werden. Bei einer Olympia- Bewerbung gibt es kein Gold, Silber und Bronze."

"Man muss kritisch darüber nachdenken, ob Olympische Spiele in Deutschland eher über den Winter als den Sommer realisiert werden können", hatte Hörmann zuvor anregt. Zuletzt war Leipzig bei der Bewerbung um die Sommerspiele 2012 gescheitert. Das NOK entschied danach, sich mit München nicht um die Winterspiele 2014 zu bewerben. Nach Angaben Steinbachs müsse man bei einer Bewerbung einen Vorlauf von etwa zehn Jahren einkalkulieren. Immer sieben Jahren vor der Ausrichtung von Sommer- und Winterspielen gibt das IOC den Zuschlag.

Hörmann schlug ein Konzept mit München als Zentrum sowie den großen Wintersportzentren am Alpenrand vor. "Garmisch-Partenkirchen ist Pflicht, Berchtesgaden und Oberstdorf könnten noch dazu kommen. Das wären die preisgünstigsten Spiele, die es jemals gab, da alle Anlagen vorhanden sind", erklärte der DSV-Chef. "Deutschland wird mehr und mehr zur Wintersport-Nation." Für den künftigen Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) wäre dies eine Strategie, die faszinierende Perspektiven bietet.

Hörmann kritisierte zugleich, dass "der DOSB keine Formation zu finden scheint". Er forderte so schnell wie möglich ein Personal- Tableau für die auf der Gründungsversammlung am 20. Mai zu besetzenden Spitzenämter. "Wer Interesse hat, soll dies auch bekunden. Mir wird zu viel taktiert. Es gilt, gemeinsam mit IOC - Vizepräsident Thomas Bach eine Mannschaft zusammen zu stellen, die die vielfältigen Aufgaben angeht", erklärte Hörmann, der gegen die Fusion von NOK und Deutschem Sportbund (DSB) gestimmt hatte.

Mit Generalsekretär Thomas Pfüller und Vizepräsidentin Sabine Reuß wird der DSV zwei Spitzenfunktionäre in die DOSB-Gremien entsenden, kündigte Hörmann an. "Wir unterstützen den DOSB, wo wir können", sagte der Verbandspräsident. Pfüller werde im Beirat für Leistungssportentwicklung arbeiten, Reuß im Präsidialausschuss Leistungssport sitzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%