Olympia Doping
Einigung auf zweideutigen Doping-Kompromiss

Auf einen zweideutigen Kompromiss haben sich Italiens Regierung und das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Streit um den Kampf gegen Doping während der Winterspiele von Turin (10. bis 26. Februar) verständigt.

Italiens Regierung und das Internationale Olympische Komitee (IOC) haben sich im Streit um den Kampf gegen Doping während der Winterspiele von Turin (10. bis 26. Februar) auf einen zweideutigen Kompromiss geeinigt. Danach erkennt Rom einerseits die Olympische Charta und den Welt-Antidoping-Code an, bekräftigt aber andererseits: "Die italienischen Gesetze bleiben in Kraft."

In der Praxis heißt dies, dass Italien auf eigene Dopingtests zwar verzichtet, aber weiter Razzien in den Olympischen Dörfern durchführen und Verhaftungen vornehmen kann. Ein entsprechendes Schreiben, das beim IOC einging, war von Unterstaatssekretär Gianni Letta unterzeichnet, nicht etwa von Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

Problem wird offiziell als "bereinigt" angesehen

In IOC-Kreisen wird sein politischer Wert deshalb als nicht sehr hoch betrachtet. Offiziell sieht man jedoch "das Problem als bereinigt an", wie Pressechefin Giselle Davies dem sid sagte. Auch das Nationale Olympische Komitee Italiens (Coni) zog daraufhin seine Klage gegen die Regierung zurück.

Sie war eingereicht worden, nachdem Gesundheitsminister Francesco Storace eigene Dopingkontrollen während der Spiele angeordnet hatte. Davon nahm Storace auf einer Kabinettssitzung nun wieder Abstand. Als Gegenleistung verlangt er aber, einen Vertreter seines Hauses in die Doping-Kontrollkommission des IOC während Olympia aufzunehmen.

IOC allein für Dopingkontrollen zuständig

Seit Dienstag (31. Januar) sind die drei Olympischen Dörfer von Turin geöffnet. Laut Olympischer Charta ist bis zum Ende der Spiele allein das IOC für Dopingkontrollen zuständig. Mit der Durchführung der angekündigten 1 200 Tests hat es das Organisationskomitee Toroc beauftragt, während die Welt-Antidoping-Agentur Wada lediglich Beobachterstatus hat.

Vize-Sportminister Mario Pescante, der als IOC-Mitglied zwischen den Stühlen sitzt, verteidigte den Kompromiss: "Die Verhandlungen waren langwierig, ich glaube aber, dass jeder mit dem Ergebnis zufrieden sein kann."

© SID

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