Olympia Doping
Justin Gatlin darf nicht in Peking starten

Die Olympischen Spiele finden ohne 100-m-Olympia-Sieger Justin Gatlin statt. Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte die vierjährige Doping-Sperre des US-Amerikaners.

Der zum zweiten Mal als Dopingsünder aufgefallene 100-m-Olympiasieger Justin Gatlin kann nicht bei den Sommerspielen in Peking starten. Der Internationale Sportgerichtshof CAS in Lausanne lehnte es in einem letztinstanzlichen Urteil ab, Gatlins bereits auf vier Jahre halbierte Doping-Sperre um weitere zwei Jahre zu reduzieren.

Damit bleibt der 26-Jährige bis 25. Juli 2010 gesperrt. Zudem steht der Streichung seines Names aus der Liste der ehemaligen 100-m-Weltrekordler durch den Leichtathletik-Weltverband Iaaf nichts mehr im Wege. Seine Karriere scheint beendet.

"Ich werde meinen Kampf trotzdem fortsetzen, um in die großartige Leichtathletik vor Ablauf der vier Jahre zurückkehren zu können", hieß es Minuten nach der Bekanntgabe des Urteils in einem schriftlichen Statement von Gatlin, der einst von Trevor Graham betreut wurde. Dem Ex-Coach droht in den USA gerade eine Freiheitsstrafe wegen Falschaussagen zu seinem Verhältnis zu einem Dopingmittelhändler.

Die Begründung des Urteils wird das CAS allerdings erst in den nächsten Tagen liefern. Die Anhörung von Gatlin hatte in der vergangenen Woche in New York stattgefunden.

Ex-Weltrekordler Gatlin wollte, dass die bis 2010 laufende Sperre noch einmal halbiert wird, sodass er an den US-Trials (27. Juni bis 6. Juli in Eugene/Oregon) teilnehmen kann. Der Leichtathletik-Weltverband Iaaf kämpfte dagegen gar für eine lebenslange Sperre, weil Gatlin ein Wiederholungstäter ist. Sein Anwalt Maurice Suh hatte beim CAS beantragt, Gatlins Dopingfall von 2001 nicht zu berücksichtigen. Er war damals als 19-Jähriger bei den US-Juniorenmeisterschaften mit Amphetaminen (Aderall) erwischt und für zwei Jahre gesperrt worden.

Der Doppelweltmeister von 2005 war am 22. April 2006 erneut erwischt worden, dieses Mal mit Testosteron. Nur durch eine Kooperation mit der US-Anti-Doping-Agentur Usada war er einer lebenslangen Sperre entgangen. Anfang dieses Jahres hatte ein Schiedsgericht mit 2:1-Richterstimmen die ursprüngliche Achtjahressperre halbiert.

Da er seinen mittlerweile unterbotenen Weltrekord von 9,77 Sekunden erst am 12. Mai 2006, also nach dem Positiv-Test gelaufen war, wird das Ergebnis nun durch die Iaaf annulliert.

© SID

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