Olympia Doping
Kontrolleuren droht Katz-und-Maus-Spiel

Auch in Peking wird die Jagd nach Dopingsündern wieder zu einem Versteckspiel. Einige Mannschaften sollen dem IOC nicht gemeldet haben, wo sich ihre Sportler aufhalten.

Vier Jahre nach der spektakulären Flucht der griechischen Weltklassesprinter Kostas Kenteris und Ekaterina Thanou vor Dopingkontrollen in Athen gibt es auch in Peking Ärger um die Durchführung der unangemeldeten Tests vor Beginn der Wettkämpfe.

Laut Prof. Wilfried Kindermann, Leitender Arzt des deutschen Olympiateams, haben einige Mannschaften dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nicht gemeldet, wo ihre Athleten wann anzutreffen sind, falls sie kontrolliert werden sollen. "Aber mir ist nicht bekannt, welche Konsequenzen das IOC daraus zieht", sagte der frühere Teamarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vor dem Auftakt der Sommerspiele.

Kindermann machte allerdings deutlich, dass die Abmeldungen der deutschen Athleten vorschriftsmäßig seien. Alle wären ansonsten durch die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) zwischen Nominierung und Öffnung des Olympischen Dorfes mindestens einem Test unterzogen worden.

Alle 205 in Peking vertretenen Nationalen Olympischen Komitees sind über die seit Mai 2008 im Internet veröffentlichten Regeln aufgefordert, seit 27. Juli täglich die sogenannten Where-About-Informationen für ihre Athleten zu aktualisieren. Angegeben werden muss, wann sich wer wo aufhält. "Die Verantwortung dafür liegt letztlich bei den Athleten, aber es ist die Verantwortung der Noks, für die Bereitstellung der geforderten Informationen zu sorgen", heißt es in den Regeln.

Wer während der Spiele zweimal nicht angetroffen wird oder wer während der Spiele einmal nicht erreichbar ist und in den 18 Monaten zuvor auch schon zweimal nicht zur Verfügung stand, kann bestraft werden. Bei Nicht-Einhaltung könnte die IOC-Exekutive Geldstrafen für die betroffenen Noks aussprechen, im drastischsten Fall droht ein Ausschluss von den Spielen. Athleten droht der Ausschluss von den Spielen bzw. die Aberkennung ihrer Ergebnisse und eine Sperre.

© SID

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