Olympia Doping
Vesper fordert Olympia-Ehrenerklärung gegen Doping

Der Chef de Mission des deutschen Olympiateams, Michael Vesper, hat von allen deutschen Startern bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking eine Ehrenerklärung gegen Doping verlangt.

Alle deutschen Starter sollen vor den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking eine Ehrenerklärung gegen Doping unterzeichnen. Das bestätigte der Chef de Mission des deutschen Olympiateams, Michael Vesper (55), dem Magazin Sport Bild: "Wir haben vor, mit allen Olympia-Teilnehmern eine Athletenvereinbarung zu treffen, die bei Dopingvergehen harte Strafen, den Ausschluss aus der Mannschaft und auch die Rückzahlung der Entsendungskosten vorsieht."

Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) geht noch weiter. Zusätzlich werde man von allen übrigen Mannschaftsmitgliedern, also Funktionären, Ärzten, Physiotherapeuten, eine Ehren- und Verpflichtungserklärung verlangen, "in der sie", so Vesper, "klipp und klar erklären, dass sie mit Doping nichts zu tun haben. Bei Verstößen drohen Sanktionen wie Geldstrafen, Strafanzeigen, Entlassung." Das Schriftstück wird zurzeit in der Frankfurter Zentrale des Dosb ausgearbeitet.

DOG-Zweigstelle fordert Radsport-Verbannung

Mit der Forderung nach einer Verbannung des Radsports von der olympischen Bühne hat sich derweil die Zweigstelle der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) in Darmstadt in einem offenen Brief an ihr Präsidium gewandt. Dieses soll sich dafür beim Dosb einsetzen. "Wir brauchen ein Exempel. Wir wollen nach alldem, was im Radsport in den vergangenen zwölf Monaten vorgefallen ist, eine markante Sanktion erreichen, obwohl wir uns keinen Illusionen hingeben", sagte Walter Schwebel, der Vorsitzende der Darmstädter DOG-Kreisgruppe.

Man sehe sich bei seinen pädagogischen Bemühungen inzwischen stark beeinträchtigt. "Wenn der Sport nicht mehr glaubwürdig ist, dann können wir unsere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nicht mehr leisten. Wir fühlen uns gefesselt, wenn Sport nur noch im Zusammenhang mit Doping wahrgenommen wird. Der Sport ist auf einem falschen Weg", betonte Schwebel. Offiziell beschäftigen müssen sich die DOG und deren Präsident Hans-Joachim Klein mit dem Vorstoß bei der nächsten Vollversammlung Anfang November in München.

Radikal ist die Forderung eines Olympia-Boykotts von Werner Franke. Der Heidelberger Molekularbiologe verlangt ein Jahr vor der Eröffnungsfeier in Peking einen "Aufstand der Anständigen". Die Dopingtester müssten sich in China endlich ungehindert bewegen können, sagte er der Thüringer Allgemeinen.

Franke nennt China den "größten Dopingmittelanbieter"

China sei heute der größe Dopingmittelanbieter der Welt, konstatierte Franke: "Machen wir uns nichts vor: Viele Bereiche wie Gewichtheben, Frauen-Leichtathletik und Schwimmen sind dort völlig versaut." Er befürchte aber, dass es vor und während der Spiele kaum Fälle geben werde, "weil vieles unter den Tisch gekehrt wird". Denn: "Wenn der Rubel rollt, ist die Ethik im Arsch."

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will bei den Spielen 2008 die Zahl seiner Dopingtests von 3 667 in Athen auf 4 500 erhöhen. Das hatte IOC-Vizepräsident Thomas Bach jüngst angekündigt. Dabei soll nicht bekannt gegeben werden, auf was alles getestet werden kann.

© SID

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