Olympia Dosb
Fall Friedek wird vor Gericht ausgefochten

Der Streitfall um den Olympiastart des früheren Dreisprung-Weltmeisters Charles Friedek wird am 30. Juli vor dem Oberlandesgericht Frankfurt/Main verhandelt.

Der Streitfall um den Olympiastart des früheren Dreisprung-Weltmeisters Charles Friedek wird am kommenden Mittwoch, 30. Juli (13.00 Uhr), vor dem Oberlandesgericht Frankfurt/Main mündlich verhandelt. Dies erklärte Manuel Grahmann, Vorsitzender von Friedeks Verein Referenznetzwerk Leverkusen, gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (sid). Allerdings ist fraglich, ob selbst ein Sieg vor Gericht noch etwas nutzt: Der Deutsche Olympische Sportbund (Dosb) bestätigte am Mittwoch, dem letzten Tag für Nachnominierungen, Friedek gehöre nicht zum 440-köpfigen deutschen Olympiateam in Peking.

Am Dienstag, einen Tag vor Ablauf der regulären Meldefrist der Athleten beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC), hatte das Landgericht Frankfurt eine einstweilige Verfügung gegen die Nicht-Nominierung des 36 Jahre alten Weltmeisters von 1999 abgelehnt. Dagegen legte Anwalt Michael Lehner (Heidelberg) Beschwerde beim OLG ein: "Es ist vom Dosb gegenüber dem OLG bestätigt worden, dass bis 30. Juli eine letzte Chance zur Nachnominierung besteht. Wir werden weiter kämpfen."

Sein Mandant, der am Freitag seinen nächsten Wettkampf in London bestreiten will, hatte am Samstag per Einstweiliger Verfügung vor dem Deutschen Sportschiedsgericht in Köln erwirkt, dass er vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) nachträglich für Peking vorgeschlagen worden ist. Doch der Dosb erklärte, das Schiedsgerichtsurteil sei für ihn nicht bindend.

Sport-Schiedsrichter Marius Breucker hatte am Wochenende in seiner Begründung der Einstweiligen Verfügung festgestellt, dass Friedek laut DLV-Nominierungsrichtlinien die doppelt geforderte Olympianorm von 17,00 bei einem Wettkampf am 25. Juni im niederrheinischen Wesel mit Sprüngen auf 17,04 und 17,00 zweimal erreichte. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) pochte aber auf Erfüllung bei zwei Veranstaltungen, was aus seinen Nominierungsrichtlinien jedoch nicht eindeutig hervorging, laut DLV-Präsident Clemens Prokop aber im Regelwerk so verankert ist.

© SID

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