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Müchen 2018: Naturschutzring steigt aus

Der Deutsche Naturschutzring hat sich aus der Fachkommission Umwelt der Münchner Olympia-Bewerbung zurückgezogen, da "Visionen von umweltverträglichen Spielen gescheitert sind."

Erneuter Rückschlag für München 2018: Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat sich aus der Fachkommission Umwelt der Münchner Olympia-Bewerbung zurückgezogen. "Die Visionen von umweltverträglichen Olympischen Winterspielen sind gescheitert", heißt es in einer Mitteilung des DNR, der 96 Natur- und Umweltschutz-Organisationen als Dachverband vertritt.

Michael Vesper, Aufsichtsratschef der Bewerbungsgesellschaft, widersprach der Auffassung des DNR vehement. "Die Vision umweltverträglicher Spiele ist keineswegs gescheitert - im Gegenteil. Es handelt sich um das ehrgeizigste Umweltkonzept, das es in den letzen Jahrzehnten bei Olympia-Bewerbungen gegeben hat", lässt er sich in einer Mitteilung der Bewerber am Montag zitieren.

Vorzeigeprojekt "kläglich gescheitert"

Das Hauptproblem der Bewerbung liegt für den DNR in Garmisch. "Die Eingriffe in den hochsensiblen Alpenraum werden trotz der bereits vorhandenen Ski-Pisten so erheblich sein, dass sie nicht auszugleichen sind", sagte Generalsekretär Helmut Röscheisen. Vesper wies auch diese Kritik zurück: An der WM-Strecke in Garmisch ("Kandahar") werde es nach den Titelkämpfen 2011 für Olympia keine erneuten Umbauten und damit keine weiteren Eingriffe in die Natur geben.

Röscheisen nannte außerdem das geplante Biosphärenreservat, das das Vorzeigeprojekt "grüner Spiele" sein sollte, "kläglich gescheitert". Mit dem DNR verliert die Fachkommission bereits den dritten Umweltverband. Die Bewerber reagierten überrascht auf den Rückzug des DNR. "Das ist bedauerlich und auch ein bisschen verwunderlich", wird Vesper in der Süddeutschen Zeitung zitiert. Er sieht im Ausstieg der Umweltschützer "eine politische Stellungnahme".

Vesper will Kritiker überzeugen

Vesper und seine Mitstreiter wollen nun "weiter daran arbeiten, die Kritiker zu überzeugen". Geringstmöglicher Flächenverbrauch, der Einsatz erneuerbarer Energien sowie der Rückgriff auf vorhandene Anlagen und ein schonender Umgang mit der Natur seien die Grundlagen des Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzepts der Bewerbung, hieß es. Jüngste Vorschläge der Fachkommission würden "in das finale Bewerbungsdokument zum Umweltkonzept eingearbeitet", ehe Anfang Oktober die Politik "endgültig über die vorgeschlagenen Maßnahmen entscheiden" wird.

Bernhard Schwank, Vorsitzender der 2018-Geschäftsführung, will das fertige Konzept "in den nächsten Wochen präsentieren". Die verbliebenen Mitstreiter wie die Sporthochschule Köln oder das Öko-Institut und der Alpenverein sollen den Plänen zuvor den Feinschliff verpassen. "Wir laden weiterhin alle Verbände ein, sich an künftigen Beratungen zu beteiligen, Verbesserungsvorschläge einzubringen und mögliche Schwachstellen aufzuzeigen", sagte Vesper.

Lindberg Vorsitzende der Evaluierungskommission

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat derweil Gunilla Lindberg zur Vorsitzenden der Evaluierungskommission für die Bewerbungen der Münchner sowie der Rivalen Pyeongchang/Südkorea und Annecy/Frankreich ernannt. Die Schwedin ist in dem 11-köpfigen Gremium neben zwei Schweizern einzige Europäerin. Der asiatische Kontinent ist mit einem Japaner vertreten, dazu kommen ein Kanadier, vier Vertreter aus den USA, ein Neuseeländer und ein Australier.

Die Kommission wird die Bewerbungen vor ihrer Inspektionsreise zu den drei Anwärtern (8. Februar bis 5. März 2011) analysieren. Vor der Vergabe der Spiele am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban werden Lindberg und Kollegen ihre Ergebnisse den IOC-Mitgliedern präsentieren. "Frau Lindberg weiß sehr gut, was es braucht, um die Spiele auszurichten. Sie hat alle Fähigkeiten, um das Team zu leiten und beste Analysen zu erstellen", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge.

© SID

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