Olympia Dosb
München 2018 sammelt weiter Pluspunkte

Bei ihrer Präsentation vor den europäischen Nationalen Olympischen Komitees in Belgrad hat die deutsche Delegation für die Winterspiele 2018 in München erneut Pluspunkte gesammelt.

Kurz und bündig, emotional und überzeugend: Angeführt von einer charmanten Katarina Witt hat die Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018 erneut Pluspunkte auf dem internationalen Parkett gesammelt. Bei ihrer knapp 15-minütigen Präsentation vor den europäischen Nationalen Olympischen Komitees in Belgrad hinterließ die deutsche Delegation den besten Eindruck der drei Konkurrenten. Der südkoreanische Kandidat Pyeongchang erwähnte den militärischen Konflikt auf der koreanischen Halbinsel mit keinem Wort, die Vorstellung des französischen Annecy blieb blass.

"Ich hatte einen sehr guten Eindruck, die Präsentation ist gut gelaufen", sagte Bewerbungs-Präsidentin Witt, sie betonte allerdings auch: "Es ist noch eine lange Reise." Tatsächlich erhielt die gelunge Münchner Vorstellung des "Festivals der Freundschaft" den längsten Abschlussapplaus. Auch Dosb-Präsident und IOC-Vizepräsident Thomas Bach warnte vor voreiligen Schlussfolgerungen. Ja, sagte er unmittelbar nach den Vorträgen der drei Bewerber, die Bewerbung komme "gut an" im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), "aber es ist zu früh, bereits von einer Entscheidungsfindung zu sprechen." Gewählt wird am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban.

Kein Wort über den Korea-Konflikt

Mit Spannung wurde in Belgrad vor allem die Präsentation von Pyeongchang erwartet, nachdem Nord- und Südkorea seit Tagen in einen militärischen Konflikt verwickelt sind. Die Präsentatoren gingen, nachdem sie zunächst am Vortag eine Stellungnahme dazu veröffentlich hatten, vor den Vertretern der 48 europäischen Noks mit keinem Wort darauf ein. Auch die Deutschen blieben zurückhaltend - die Konkurrenz darf ohnehin laut IOC-Richtlinien nicht kommentiert werden. "Es ist das Erfolgsrezept jeder Bewerbung, sich auf sich zu konzentrieren", bekräftigte Bach stattdessen.

Einen Schatten wirft der Konflikt auf die dritte Kandidatur in Folge von Pyeongchang zweifelsohne, in der Lobby und auf den Fluren des Hyatt-Hotels in Belgrad waren sich die Beobachter allerdings uneins, ob die Bewerbung der Südkoreaner bereits am Ende sei, oder das Thema bis zur Entscheidung in sieben Monaten gar keines mehr sei. Die Asiaten jedenfalls lieferten vor den Europäern eine solide Präsentation, zeigten sogar Emotionen und versprachen für ihre Vision von "Neuen Horizonten" erneut alles, was sich mit Geld erkaufen lässt.

Witt besticht durch ihren Charme

Es war das dritte Mal, dass sich München und seine beiden Mitbewerber auf großer Bühne präsentieren durften. Zuvor hatten sich die drei Kandidaten schon auf der Generalversammlung aller Nationalen Olympischen Komitees im Oktober in Acapulco vorgestellt, dann vor knapp zwei Wochen vor den asiatischen Komitees in China. "Diese Bewerbungen haben eine besondere Bedeutung", betonte "München 2018"-Chef Bernhard Schwank, "da wird sehr genau hingeschaut, was präsentiert wird, wie es präsentiert wird, und wer es präsentiert." Diesen Dreiklang beherrscht München 2018 im Augenblick offenbar am besten.

Auch am Freitag sprachen Witt und ihre Mitstreiter vor allem darüber, dass die Olympische Familie in München "die Erfahrung ihres Lebens" machen werde. Vor allem die stets charmante Witt, die in Belgrad aufgrund ihres Olympiasieges in Sarajevo 1984 eine Art Heimspiel hatte, scheint Publikum und "Preisrichter" schon so gut zu beherrschen wie einst als Eiskunstläuferin. "Katarina Witt als Doppel-Olympiasieger ist von uns von besonderer Bedeutung. Sie ist unglaublich überzeugend und charmant auf dem internationalen Parkett und gibt dieser Bewerbung wirklich ein hervorragendes Gesicht", lobte Schwank.

Bei allem verhaltenen Optimismus wissen die Münchner aber auch, dass der kleine Vorsprung, den sie derzeit zu haben scheinen, bis zur Entscheidung schnell wieder verspielt werden kann. "Die Rückmeldungen, die wir bekommen, zweigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber wir haben auch kritische Anmerkungen bekommen, die wir in unsere Arbeit einfließen lassen werden", sagte Schwank.

© SID

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