Olympia Dosb
München kämpft um Winterspiele 2018

Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes hat die Bewerbung der Stadt München um die Austragung der Winterspiele 2018 abgesegnet. Die Bewerbungskosten veranschlagt Dosb-Präsident Bach bei 30 Mill. Euro.

In Frankfurt sind die ersten Weichen für eine Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2018 gestellt worden. Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) erklärte in Person von Dosb-Chef Thomas Bach, dass man offen sei für "Gespräche mit positivem Ausgang". Gleichzeitig wurde den Ambitionen Berlins und Hamburgs auf eine Kandidatur für die Sommerspiele 2016 eine Absage erteilt.

"Wir wollen Olympia so bald wie möglich wieder nach Deutschland holen. Nach Abwägung aller Gesichtspunkte sehen wir dafür mit München 2018 die besten Chancen", sagte Bach. Skipräsident Alfons Hörmann sicherte "dem Bobpiloten Bach" die volle Unterstützung zu: "Olympische Spiele in Bayern bieten nicht nur dem Wintersport, sondern dem gesamten deutschen Sport eine faszinierende Perspektive."

Wettkampfstättenkonzept muss im Herbst stehen

Der Dachverband erwartet von München und den deutschen Wintersportverbänden bis zum Herbst die Vorlage eines kompakten Wettkampfstättenkonzepts. "Der Weg zu den Spielen kann keine Sternfahrt durch Bayern werden. Wir wollen Eissport in München, Skisport in Garmisch, dazu Bob, Rodeln und Skeleton am Königssee", sagte Bach.

Zudem müssen erste finanzielle Garantien vom Land Bayern und vom Bund eingeholt werden. Hörmann stimmte ihm zu: "Ohne Zentralisierung geht es nicht." Dies bedeutet den Verzicht auf Biathlon in Ruhpolding oder Eisschnelllauf in Inzell. "Es wird nicht leicht, alle davon zu überzeugen, aber wir werden es schaffen, regionale Begehrlichkeiten zu überwinden und bayerische Solidarität zu bekommen", meinte der Allgäuer.

Auf dieser Basis soll die Dosb-Mitgliederversammlung am 8. Dezember in Hamburg endgültig über eine Bewerbung befinden. Bach: "Die Einigkeit und Geschlossenheit des gesamten Sports ist Voraussetzung für den Erfolg."

Bewerbungskosten bis zu 30 Mill. Euro

Zu den von Bach geforderten Eckpunkten gehören auch finanzielle Garantien: "Die Bewerbungskosten muss man bei etwa 25 bis 35 Mill. Euro veranschlagen. Wir brauchen ein klares Bekenntnis von Stadt, Land und Bund, einschließlich des Ausbaus der Infrastruktur."

Für Hörmann bildet dabei die alpine Ski-WM 2011 in Garmisch eine ideale Ausgangsposition: "Wenige Monate vor der IOC-Vergabe können wir dort die schönsten Anlagen der Welt präsentieren." Auf dem Weg zur Bewerbung seien auch Sponsoren aus der Wirtschaft gefordert.

Letzte Bewerbungen deutscher Städte ohne Erfolg

Die Spiele 2018 werden 2011 vergeben, die Kandidaturen müssen 2009 beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingereicht werden. Die drei letzten deutschen Olympia-Anläufe waren erfolglos geblieben: Berchtesgaden 1992, Berlin 2000 und Leipzig 2012 waren chancenlos. München wäre bei einem Zuschlag die erste Stadt, die nach den Sommerspielen 1972 auch Winterspiele erhalten würde. "Aber das reißt im IOC keinen vom Hocker", warnte Bach: "Wir dürfen uns nicht auf Charm und fachliche Kompetenz verlassen. Hinzukommen muss eine zündende Idee, was Spiele in München und Garmisch zur Weiterentwicklung der olympischen Idee beitragen können. Dieser Funke muss überspringen."

Bach hatte zur Präsidiumssitzung die Sprecher der Spitzenverbände (Schwimmpräsidentin Christa Thiel), des Wintersports (Skipräsident Alfons Hörmann) und der Landessportbünde (Hessens Vorsitzenden Rolf Müller) geladen, um eine breite Basis für die Grundsatzentscheidung zu gewährleisten.

© SID

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