Olympia Dosb
Sportstättenkonzept für München 2018 steht

Zwar ist München noch nicht offizieller Bewerber für die Olympischen Winterspiele 2018, aber das Sportstättenkonzept steht bereits. Darauf einigten sich die deutschen Wintersportfachverbände auf einer Klausurtagung.

Deutschlands Wintersportfachverbände sind sich einig. Mit einem kompakten Sportstättenkonzept und der Formel "München plus zwei" sollen 2018 erstmals nach 46 Jahren wieder Olympische Spiele in Deutschland stattfinden. Die Vertreter der deutschen Wintersportfachverbände einigten sich auf ihrer Klausurtagung in Planegg einstimmig auf das Modell, in dem neben der bayerischen Landeshauptstadt nur Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee als weitere Wettkampforte geplant sind.

München und Deutschland den Traum von Olympia erfüllen

"Mit diesem kompakten, nachhaltigen und ökologisch sinnvollen Konzept haben wir die Chance, München und Deutschland den Traum von Olympia zu erfüllen. Dem Erfolg der Bewerbung zuliebe wurden regionale Interessen zurückgestellt", sagte Skiverbands-Präsident Alfons Hörmann als Sprecher der deutschen Wintersportverbände dem sid. Nach nur zweieinhalbstündigen Beratungen war der Konsens unter den Chefs der deutschen Wintersportverbände hergestellt.

Während die olympischen Eissportwettbewerbe in München stattfinden sollen, ist Garmisch-Partenkirchen als Austragungsort für die Ski- und Snowboard-Wettkämpfe vorgesehen. Die bereits bestehende Kunsteisbahn am Königssee soll Schauplatz der Entscheidungen im Bob, Skeleton und Rennrodeln werden.

"Wir haben auch über ein Konzept ohne den Königssee diskutiert, aber es macht keinen Sinn, eine weitere Eisbahn in die Landschaft zu setzen", so Hörmann. Dafür zum Beispiel ein neues Biathlon-Stadion und eine neue Eisschnelllauf-Bahn, denn Ruhpolding (Biathlon) und Inzell (Eisschelllauf) sind ebenso wie weitere Anwärter in Bayern raus aus dem Spiel.

"Alle Orte, die nicht berücksichtigt wurden, haben zugesagt, die Bewerbung nicht zu torpedieren sondern zu unterstützen. Nur wenn in Bayern und Deutschland alle an einem Strang ziehen, haben wir eine Chance", meinte Hörmann.

Inzell enttäuscht

Das die Umsetzung dieses Vorhabens problematisch sein könnte, verdeutlichen die Aussagen von Hubert Graf, Chef der Eisschnelllauf-Bahn in Inzell. "Dass man versucht, Inzell, das 40 Jahre lang Anschubarbeit für den Eisschnelllauf geleistet hat, außen vor zu lassen, ist einfach nur traurig. Inzell ist für Olympia 2018 in München unerlässlich, und ich bin überzeugt, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist", sagte Graf.

Die einzelnen Generalsekretäre der Wintersportverbände wurden unterdessen beauftragt, für jede Sportart zeitnah Konzepte zu erstellen, die in Münchens Olympia-Masterplan einfließen sollen. Mit dem Kompaktkonzept soll laut Hörmann der Deutsche Olympische Sportbund (Dosb) überzeugt werden, am 8. Dezember in Hamburg "Ja" zu einer deutschen Olympia-Bewerbung für 2018 zu sagen. Als Bewerbungskosten sind 30 bis 35 Mill. Euro geplant, bei einem Zuschlag würden die Kosten wohl in den Milliardenbereich gehen.

Hörmann: "Wir können das schaffen. Wir glauben, dass wir mit unserem Konzept, den Erfolgen Deutschlands als Wintersportnation, seiner Wirtschaftskraft und dem Flair von München eine gute Chance haben." 1972 hatten in München Olympische Sommerspiele stattgefunden.

"Sehr schnell und professionell geeinigt"

Wilfried Spronk, von der Stadt München als Chefkoordinator eingesetzt, zeigt sich erfreut über die klare Position der Wintersportverbände: "Sie haben sich sehr schnell und professionell auf eine mit maximalen Erfolgsaussichten ausgestattete und die IOC-Richtlinien berücksichtigende Sportstättenkonzeption geeinigt." Laut Oberbürgermeister Christian Ude geht München mit dem Sportstättenkonzept auf "Sieg und nicht auf Platz".

© SID

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