Olympia IOC
Bach: "München hat keinen Freibrief"

In einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) äußerte sich IOC-Vizepräsident und Dosb-Präsident Thomas Bach zur Vergabe der Winterspiele 2014 an Sotschi und zu den Chancen einer deutschen Bewerbung.

In einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) äußerte sich IOC-Vizepräsident und Dosb-Präsident Thomas Bach zur Vergabe der Olympischen Winterspiele 2014 an Sotschi und zu den Chancen einer deutschen Olympiabewerbung..

sid: Die Winterspiele 2014 finden an der Grenze Europas zu Asien statt. Nicht gerade die ideale Ausgangsposition für eine deutsche Bewerbung 2018, oder?

Thomas Bach: "Unter diesem Aspekt hätte Pyeongchang sicher die Chance erhöht. Aber Sotschi liegt so weit weg, dass die Tür für die Alpen ein Stück weit offen bleibt."

sid: Woran ist Salzburg gescheitert?

Bach: "Es war eine Grundsatzentscheidung für die Erschließung neuer Wintersport-Welten, ob in Südkorea oder im Kaukasus. Und damit gegen die Rückkehr in bewährte Gebiete."

sid: Das bedeutet nichts Gutes für München und Garmisch?

Bach: "Nur, wenn es eine Richtungsentscheidung über 2014 hinaus war. Das müssen wir sorgfältig prüfen und dann abwägen, welchen Weg wir gehen wollen."

sid: Also möglicherweise doch in Richtung Sommerspiele?

Bach: "Das kann sein, muss aber nicht sein. Das ist eine Frage, die nach breiter Meinungsbildung vom Präsidium des Dosb beantwortet werden muss. Also nach Einbeziehung unserer Fachverbände und internationalen Repräsentanten im Sport, natürlich auch von Politik und Wirtschaft."

sid: Wäre auch schon ein Probelauf für 2016 denkbar?

Bach: "Ich halte nicht viel von einer Ehrenrunde. Sie ist auch nicht nötig, wie London 2012 und nun Sotschi gezeigt haben, die sich auf Anhieb durchsetzten. Wenn die Chancen nur ganz gering sind, sind die erheblichen Bewerbungskosten nicht zu verantworten."

sid: Hat München seine Ambitionen zu früh angemeldet?

Bach: "Nein, wir begrüßen das Interesse grundsätzlich, aber das gilt auch für Berlin oder Hamburg mit Sommerspielen. Fest steht nach vielen Vorgesprächen, dass sich der deutsche Sport in absehbarer Zeit wieder um Olympia bewerben will. Aber das Kriterium muss sein, dass wir uns berechtigte Chancen ausrechnen können.

sid: Ist München erste Wahl?

Bach: "Das werden wir im Präsidium am 24. Juli diskutieren, wenn wir eine erste Bestandsaufnahme vornehmen. Klar ist, dass auch München keinen Freibrief hat. Wir brauchen ein konzentriertes Wettkampfstätten-Konzept, man darf nicht mit der Gießkanne durchs Land ziehen. Das gleiche gilt für Sommerspiele."

sid: Wie entscheidend war der Einsatz Wladimir Putins für Sotschi?

Bach: "Er war sicher wichtig. Ohne die Garantie des Präsidenten für die enormen Investitionen von zwölf Mrd. Dollar, die nötig sind, hätte es sicher nicht zum Sieg gereicht."

sid: Hat Sotschi die Spiele gekauft?

Bach: "Nein, Südkoreas Aufwand war kaum geringer. Den Ausschlag gegenüber Pyeongchang gab die große Sporttradition, die reiche Erfahrung mit Großveranstaltungen. Organisatorisch ist das IOC kein Risiko eingegangen."

© SID

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