Olympia IOC: Bach und Witt bleiben zuversichtlich

Olympia IOC
Bach und Witt bleiben zuversichtlich

Dosb-Präsident Thomas Bach und Katarina Witt sehen die Münchner Olympiabewerbung für 2018 nicht in Gefahr. Bach setzt nun voll auf eine Charme-Offensive der Bogner-"Erbin" Witt.

Die neue Frontfrau Katarina Witt und Dosb-Präsident Thomas Bach versprühen demonstrativ Zuversicht, doch über der Münchner Olympiabewerbung für 2018 hängen weiter dunkle Wolken. Der krankheitsbedingte Rückzug des umstrittenen Bewerbungschefs Willy Bogner hat eine große Lücke hinterlassen und die ohnehin schon zahlreichen Probleme der Bewerber noch erweitert. Zudem drängt die Zeit, bis zur Abgabe des "Bid Book" bleiben nur noch vier Monate. Bach setzt deshalb voll auf eine Charme-Offensive von Bogner-"Erbin" Katarina Witt.

Die zweimalige Olympiasiegerin stellt sich der Herausforderung mit großem Enthusiasmus. "Wir müssen jetzt vor allem die Bevölkerung einbinden und alles daran setzen, unseren gemeinsamen Traum von Olympia im eigenen Land zu erfüllen", sagte Katarina Witt im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Sie will die Herzen der Menschen erreichen, die Sportfans auf ihre Seite holen und "allen Gesprächspartnern immer auf Augenhöhe begegnen". Die Politiker erinnert die 44-Jährige an "die große Aufgabe in Garmisch. Auch dort muss man vor allem den Menschen zuhören und ihre Probleme ernst nehmen."

Dass sie allein seit Montag "München 2018" ist, will Katarina Witt so nicht stehen lassen. "Ich bin vielleicht das bekannteste Gesicht in unserem Team, aber wir haben von Anfang an alle engagiert und toll zusammengearbeitet. Ich scheue mich vor keiner Verantwortung, ich bin ja schon längere Zeit Kuratoriums-Vorsitzende und seit Vancouver 2010 verstärkt international für die Bewerbung im Einsatz. Jetzt werde ich mich auch auf nationaler Ebene mehr einbringen."

Bach setzt auf Katarina Witt

Thomas Bach setzt großes Vertrauen in Katarina Witt. "Sie hat die Aufgabe der Präsentation von München 2018 schon bei den Jugendspielen in Singapur hervorragend ausgefüllt. Wir haben ein bestes Echo von allen Beteiligten und IOC-Mitgliedern erhalten. Diese Rolle wird sie weiterführen - und ich bin mir sicher, dass sie es mit Erfolg tun wird", sagt Bach im SID-Gespräch.

Mit Nachdruck versucht Deutschlands oberster Olympier den Eindruck zu erwecken, alle Münchner Probleme seien nur lästige Randerscheinungen: "Solche Dinge sind im Laufe von Bewerbungen Routine", sagt der IOC-Vize und fordert, man solle sich, "um das mal in die richtige Perspektive zu rücken", andere erfolgreiche Bewerbungen der Olympia-Geschichte anschauen. Dort habe es in der Bewerbungsphase oft auch Schwierigkeiten, dann aber doch erfolgreiche Spiele gegeben. Bach sieht München deshalb "auf einem guten Weg und im Zeitplan".

Am 11. Januar 2011 müssen die Bewerbungsunterlagen beim IOC eingereicht werden - doch tatsächlich bleiben Witt und Bernhard Schwank, Bogners Nachfolger an der Spitze der Geschäftsführung, weniger als vier Monate. Denn dass nach November noch mögliche substanzielle Änderungen am "Bid Book" vorgenommen werden könnten, gilt als ausgeschlossen.

Bach erstickt Zweifel im Keim

Bach lässt gleichwohl keine Zweifel zu. "Die Grundstücksfrage wird im Herbst gelöst sein. Dann wird München mit Garmisch-Partenkirchen und Königssee ein wettbewerbsfähiges Olympisches Dorf präsentieren", sagt er über den Streit mit den Bauern im Werdenfelser Land. Zuletzt musste sich dabei sogar das Pentagon einschalten, weil das vorgesehene Grundstück - ein Golfplatz in Burgrain bei Garmisch - noch immer dem Nato-Truppenstatut unterliegt. Eine Entscheidung aus den USA steht aus. Und nicht nur inhaltlich bleiben viele Fragen.

Der Rückzug des oft undiplomatischen Bogners aus dem operativen Geschäft ist schon der dritte eines wichtigen Repräsentanten der Bewerbungsgesellschaft. 2009 legte Wilfried Spronk, langjähriger Chef der Olympiapark-Gesellschaft München, sein Amt nieder. Im März zog sich Geschäftsführer Richard Adam wegen interner Dissonanzen mit Schwank zurück. Die nicht enden wollenden Personalrochaden dürften die Entscheidungsträger im IOC wenig begeistern.

Schwank bedauert Bogner-Rückzug

Schwank bedauerte den Rückzug Bogners. "Er wird uns fehlen, als Mensch. Doch die Bewerbung darf darunter nicht leiden", sagte der neue Geschäftsführer. Große Veränderungen werde es für ihn nicht geben. "Es wird nichts komplett Neues auf mich zukommen. Ich war ja von Anfang an dabei. Ich habe jetzt die Verantwortung für das Gesamte. Doch ich kann mich auf ein gutes Team stützen", sagte Schwank. Das Ziel bleibt das Gleiche. "Wir wollen am Ende gewinnen. Es gibt nur Gold."

Gefragt ist nun vor allem Witt. Im kommenden Monat tagt in Acapulco die Nationalversammlung aller Noks. Am Pazifik sollen sich die Bewerber München, Pyeongchang und Annecy erneut präsentieren - ein richtungweisender Termin, bei dem sich Witt und Co. keine Schwächen mehr erlauben dürfen. "Meine vielen Gespräche mit IOC-Mitgliedern zeigen, dass wir gut im Rennen liegen, dass es aber auch noch viel zu tun gibt", hatte die Eiskunstlauf-Olympiasiegerin in einem ersten Statement nach Bogners Abtritt erklärt.

© SID

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