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Golf und Rugby eventuell bei Olympia 2016

Am Donnerstag nominierte das IOC die Sportarten Golf und Rugby zur Aufnahme ins olympische Programm 2016. Am 9. Oktober wird eine IOC-Vollversammlung endgültig darüber entscheiden.

Für Bernhard Langer käme Olympia wohl zu spät, für Superstar Tiger Woods und Deutschlands Aufsteiger Martin Kaymer goldrichtig: Golf und 7er Rugby stehen vor der Aufnahme ins Programm der Olympischen Sommerspiele 2016. Die IOC-Exekutive nominierte am Donnerstag auf ihrer Sitzung in Berlin die beiden Kandidaten, die der IOC-Vollversammlung am 9. Oktober in Kopenhagen zur Abstimmung vorgelegt werden. Dort ist eine einfache Mehrheit erforderlich. Bereits beschlossen wurde die Aufnahme von Frauen-Boxen bei den Spielen 2012 in London.

"Wir sind überzeugt, dass die Top-Golfer kommen. Die Stars haben ja bereits ihr Interesse bekundet", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge bei der Verkündung. "Ich bin dabei - wenn ich bis dahin nicht zurückgetreten bin", hatte Tiger Woods erst vor wenigen Tagen erklärt. Er wäre 2016 40 Jahre alt und mit Sicherheit ein heißer Favorit auf Gold. Deutschlands Altmeister Bernhard Langer mit 59 aber wohl zu alt, Martin Kaymer mit 32 womöglich auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

Ab 2016 wieder 28 Sportarten bei Olympia

Von einer "schweren Entscheidung" sprach IOC-Vize Thomas Bach: "Alle sieben Sporarten hatten Vorteile, aber ich denke, wir haben eine nachvollziehbare Wahl getroffen." Für Rugby und Golf ist es eine Rückkehr nach langer Abstinenz. Golf gab bei den Spielen 1900 und 1904 ein olympisches Gastspiel, Rugby von 1900 bis 1924.

Die Entscheidung für die beiden Kandidaten war zugleich eine gegen Squash, Karate und Inlineskating sowie Baseball und Softball. Während es bei den Sommerspielen 2012 in London nur 26 Sportarten gibt, sollen es 2016 in Chicago, Rio de Janeiro, Madrid oder Tokio wieder 28 sein.

Rugby kleinster olympischer Verband

Erfreut zeigte sich Dr. Wolfgang Scheuer, Präsident des Deutschen Golf Verbandes, der in Deutschland mehr als 550 000 Mitglieder hat: "Wir drücken die Daumen, dass die IOC-Vollversammlung der Empfehlung des Präsidiums folgt, damit Golfen unter den fünf Ringen ab 2016 nach über 100 Jahren wieder möglich wird."

Rugby ist in Deutschland dagegen mit gerade mal 11 000 Mitgliedern der kleinste aller olympischen Verbände und hofft nun auf mehr Förderung und stärkere Professionalisierung. Bislang gibt es in Peter Ianusevici (Rumänien) erst einen hauptamtlichen Bundestrainer. "Wir können jetzt endlich alle unsere Pläne in die Tat umsetzen und mehr Länderspiele bestreiten", meinte Verbandspräsident Claus-Peter Bach.

Änderungen auch in anderen Sportarten

Ein guter Tag war es in Berlin auch fürs Frauen-Boxen, dass seine Interessen im zweiten Anlauf durchboxte, nachdem es 2005 noch K.o. gegangen war. In London 2012 wird in drei Gewichtsklassen geboxt. Dafür muss eine Männer-Klasse weichen.

Änderungen im Programm für 2012 gibt es auch im Modernen Fünfkampf, wo am Ende zukünftig ein kombinierter Lauf-Schieß-Wettbewerb steht. Im Kanu werden drei 500-m-Wettbewerbe der Männer durch 200-m-Sprints ersetzt. Statt den 500m der Männer im Zweier-Canadier starten die Frauen über 200m im Einer-Kajak. Im Handball werden die Platzierungsspiele gestrichen. Ob im Tennis auch Mixed-Olympiasieger ausgespielt werden, soll im Dezember entschieden werden. Voraussetzung ist die Zusage des Weltverbandes ITF, dass die besten Einzelspieler bei Olympia antreten.

Anträge von Schwimmen, Ringen und Radsport für neue Disziplinen wurden abgelehnt, um das Programm der Spiele nicht weiter aufzublähen.

© SID

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